Über Mut und inneres Wachsen

Ihr Lieben,

ich hab Euch ja bereits beim letzten Post erzählt, dass beim Räubermädchen so unwahrscheinlich viel passiert ist. Wir hatten die Woche Elternabend in der Schule und der Klassenlehrer bestätigte unsere Wahrnehmung. Er ist immer wieder erstaunt, wie die Kinder sich in den 6 Wochen Sommerferien verändert haben. Dieser Prozess ist gerade bei den 1. und 2. Klässlern immens.

Ich spreche jetzt nicht nur von den sechs Wochen Sommerferien, sondern von einem Zeitraum ab Mai diesen Jahres. Im Mai ist ein ganz fester Knoten aufgegangen, der mit einer großen Angst vorm Ertrinken verbunden war.

Vor fast zwei Jahren haben wir einen Schwimmkurs besucht. Eigentlich dachte ich, die Zeit ist reif für eine spielerische Wassergewöhnung, hatte unsere Tochter doch zu der Zeit keine Angst vorm Wasser. Sie vertraute uns und vor allem auf ihre Schwimmärmchen, ging mit uns zusammen im Meer, See und Schwimmbad ins Wasser. Ich musste sogar mal bei 19°C Außentemperatur und ordentlich Wind mit der Motte in den Bodensee… Da schüttelt es mich jetzt noch. Brrrrhhhh… Im besagten Schwimmkurs ist sie “abgesoffen”. Sie sollte mit einer Schwimmnudel unterm Arm ein paar Züge machen, hat dabei Panik bekommen, die Nudel unter ihr weg. Sie war ca. 1,5 m vom Beckenrand entfernt und hat sich super zum Rand gerettet. Doch dieser Schock saß tief. Zumal der Schwimmlehrer sie direkt wieder ins Wasser gezogen hat – die Nummer mit dem vom Pferd fallen und wieder aufsteigen mag bei anderen Kindern funktionieren, beim Räubermädchen allerdings nicht…

Es kam, wie es kommen musste. Sie weigerte sich danach, ins Wasser zu gehen. Herbst und Winter kamen, mit ihnen die Erkältungszeit und somit kein Schwimmbadbesuch. Ganz blöd war, dass sie beim ersten Schwimmbadbesuch nach dem “Absaufen” einen falschen Tritt machte und entsprechend wieder Wasser geschluckt hat. Danach war es ganz vorbei. Jegliches Wasser, was tiefer als 30 cm war, wurde bestenfalls ignoriert, meistens ernteten wir jedoch lautstarken Protest inklusive Festklammeraktion.

Im Mai waren wir für eine Woche auf Mallorca. Tollstes Wetter, schönster Strand mit sanft abfallendem Wasser, geniale Poolanlage und ein über sich hinauswachsendes Kind sorgten bei uns für ganz viel Stolz! Sie ist erstmals wieder mit uns in tiefes Wasser gegangen. Wir waren am Ende sogar so weit, dass sie von der Treppe ins Wasser gehüpft ist. Und die Schwimmbewegungen funktionierten auch mit Schwimmärmchen! Wie ein kleiner Fisch schwamm sie durch den Pool!

Diese Erfahrung hat sie innerlich soooo groß werden lassen, dass wir im Sommer sogar die ersten Schwimmzüge OHNE Schwimmärmchen erleben durften. Jetzt heißt es üben, üben, üben!

Auch Ausflüge werden einfacher: das Räubermädchen ist ja sehr lauffaul und es war immer schwierig, sie auch nur für 100 m zu motivieren. Der Buggy begleitet uns nur noch selten und sie setzt sich auch nicht gleich rein. So konnten wir einen wunderbaren Ausflug zum Baumwipfelpfad an der Saarschleife machen, den sie weitestgehend auf den eigenen Füßen bewältigt hat.

Vom Ausflug hab ich Euch ein paar Bilder mitgebracht:

Ich hatte anfangs echt Bedenken, ob sie überhaupt über den Steg laufen würde. Aber das ging echt gut. Leider war sie da schon angeschlagen und die Woche drauf auch gut krank. Deshalb gibt es ein paar Motzbilder.  Die Laune besserte sich aber schlagartig, als sie auf dem Spielplatz war!

Vernäht habe ich hier ein langehütetes Schätzchen von Lillestoff zu einer Louise, einem wunderbar wandelbaren Schnitt von Fadenkäfer, hier als Tunika genäht – gut, bei den Proportionen vom Räubermädchen dann eher ein Kleidchen. Die Schnittführung in A-Linie ist einfach genial für kleine Kugelbauchmäuse!

Demnächst wieder mehr in diesem Kino! Es gibt noch so viel zu erzählen!

Macht es Euch schön!

Eure Oktoberkind-Mama

Den Schnitt Luise gibt es hier. auch für große mädels!

Stoffauswahl: Lillestoff und Alles-fuer-Selbermacher aus dem eigenen Fundus!

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Neulich in der Glücks-Schuhmacherei

Hallo Ihr Lieben,

ich durfte neulich das Räubermädchen zum therapeutischen Reiten begleiten. Sie hat echt wahnsinnige Fortschritte gemacht – wenn sie auch nach 1 1/2 Jahren noch immer nicht auf dem Pferd sitzt, so ist sie aber zumeist mit Freude dabei. Sie ist direkt aus dem Bus raus, zur Therapeutin gelaufen, die mit dem Pferd gerade am Sattelplatz stand. Das Räubermädchen hat sich gleich eine Bürste geschnappt und Blaisy gestriegelt. Dann hat sie fleissig beim Hufauskratzen geholfen. Sie kennt alle Reitbegriffe – der liebsten Conni Klawitter sei Dank! Die Motte führt jetzt ihren Blaisy – sie geht zusammen mit der Therpeutin und dem Pferd durch die Reithalle und gibt die Kommandos. Kommandos geben kommt unserem Kind doch sehr entgegen – versucht sie das im Alltag doch auch allzu gern. GRINS!

Blaisy – ich dachte ja immer, sie sei ein Mädchen, aber nach genauer Betrachtung der Pferde-Anatomie muss ich mich doch korrigieren! Entschuldige bitte, Herr Blaisy!

00001_IMG_7726_Emma.Oktoberkind.euZwischendurch kommen andere Kinder dran, da kann ordentlich gespielt werden!

00003_IMG_7759_Emma.Oktoberkind.euSo ein Pferd ist einfach groß – dem muss man mit dem entsprechenden Respekt begegnen.

00002_IMG_7728_Emma.Oktoberkind.euUnd weil ich zugucken war, durfte ich zum Schluss auch noch ne Runde auf´s Pferd. Ich bin sogar ohne Kran draufgekommen. Allerdings hätte ich es echt besser wissen müssen. Nachmittags waren meine Augen sowas von zugeschwollen… Das ist definitiv das letzte Mal, dass ich auf einem Pferd gesessen habe – obwohl ich zugeben muss, es hat mir sogar Spaß gemacht. Allerdings haben sich meine Augen seither nicht mehr komplett erholt. Sie sind jetzt einfach mega empfindlich, was Tiere angeht. Welchen Nutzen haben eigentlich diese blöden Allergien?!?

Zum Schluss durfte ich noch einen tiefen Blick in den Glücks-Schuhladen werfen. Ein Hufschmied baute gerade alles auf, um die Pferde auf dem Reiterhof zu beschlagen! Für die Kinder war das natürlich auch ein ganz besonderes Erlebnis!

00001_IMG_7775_Emma.Oktoberkind.eu  00003_IMG_7777_Emma.Oktoberkind.eu00004_IMG_7778_Emma.Oktoberkind.eu00005_IMG_7779_Emma.Oktoberkind.euFür mich liegt das Glück der Erde leider nicht auf dem Rücken der Pferde… Doch sie sind sehr imposante Tiere und vor allem, wenn man diese kleinen Kinder auf den großen Pferden “turnen” sieht – ja ich weiss, das heisst eigentlich voltigieren – dann hab ich noch mehr Respekt vor den Kids als vor den Pferden!

Jetzt muss ich mir nach dem Schreiben des Posts aber nochmal ein paar Augentropfen genehmigen…

Ich hoffe, ihr reagiert nicht so fies auf Pferde oder andere Tiere.

Liebe Grüße,

Eure Oktoberkind-Mama