Wie sag ichs meinem Kinde – Gedanken zum WDST 2018

Ihr Lieben,

heute ist der 21.3. – ein besonderer Tag im Leben von Menschen mit Down Syndrom und deren Umfeld.Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass ein Leben mit Down Syndrom durchaus normal und lebenswert ist. In Zeiten von Praena-Tests haben wir Familien es um so schwerer, die Existenz unserer Kinder zu rechtfertigen. Aber warum müssen wir uns eigentlich rechtfertigen? Weil in unserer Gesellschaft kein Platz ist für anders sein, weil wir auf Funktionalität erzogen werden. Weil das Individuelle oft zu kurz kommt. Dabei sind wir doch alle unterschiedlich und einzigartig – also ist jeder irgendwie besonders!

Ich bin positiv überrascht, wie der Welt-Down-Syndrom-Tag jedes Jahr mehr Wellen schlägt, sowohl in den Social Media Kanälen, wie auch in Medien und Presse. Ihr erinnert Euch sicher noch alle an das tolle Tanzvideo zum Song Happy von Pharrell Williams im Jahr 2014. Dieses Jahr geht ein wundervolles Carpool-Karaoke-Video um die Welt:

Alle großen Medien berichten gerade über dieses Video!

Am Sonntag strahlte die ARD eine komplette Sendung mit der Maus zum Thema Down Syndrom aus. Ich bin von etlichen Freunden angeschrieben worden, wir gucken gerade die Sendung mit der Maus!

Eigentlich hatte ich geplant, dass das Räubermädchen heute in der Schule die wundervollen Blumensamen-Tüten vom Neufeld Verlag an ihre MitschülerInnen verteilt. Ich hatte es schon im Vorfeld mit dem Klassenlehrer abgesprochen, ihm auch von der “lots of socks-Aktion” erzählt. Beim Zusammenstellen von Hintergrund-Infos für den Lehrer fiel mir dann auf, dass unsere Tochter ja namentlich bis heute noch nicht weiß, dass sie mit dem Down Syndrom zur Welt gekommen ist. Für uns ist sie ja, so wie sie ist, total normal. Was ich dann auch so dem Lehrer schrieb. An dieser Stelle möchte ich ein ganz arg dickes Dankeschön an den Klassenlehrer loswerden! Vielen lieben Dank, dass Sie sich mit so viel Herzblut für die Inklusion einsetzen und die “lots of socks”-Aktion mit den Kindern durchziehen!

Wir großen Oktoberkinder haben mit dem Oktobermädchen natürlich auch die Maus angeschaut und der preisgekrönte Planet Willi wird gerade rauf und runter gelesen. Allerdings haben wir beschlossen, man muss das jetzt nicht übers Knie brechen, nur um Geschenke an die MitschülerInnen verteilen zu können. Mir wäre es wichtig gewesen, dass sie weiß, warum sie Geschenke verteilt. Ich habe mir viele Gedanken zu dem Thema gemacht, habe nochmal Rücksprache mit engen Vertrauten gehalten – an dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön an Katharina und Amrita <3.

Wichtig ist – das Räubermädchen ist ein Teil der Klassengemeinschaft, sie ist voll akzeptiert, ohne permanent den Down Syndrom Stempel auf der Stirn zu tragen. Und so soll es auch sein, denn unsere Kinder sind so viel mehr als das Kind mit dem Down Syndrom! Meine Tochter ist Emma und hat ganz viele tolle Fähigkeiten und von einem Chromosom halt ein bisschen mehr als die anderen! Wir vertagen das Aufklärungsgespräch und tragen “nur” unterschiedliche Socken!

Und Emma trägt ganz sicher ihr neues Lieblingskleid:

Diesen und noch drei weitere Plotts gibt es anlässlich des WDST 2018 bei der lieben Dominique von Madeformotti. Dieser hier wurde von der lieben Rebekah Ginda zur Verfügung gestellt. Die Plotts können gegen Spenden erworben werden – der Erlös kommt dem Down Syndrom Infocenter zu Gute.

Und was machen wir heute? Wir genießen den Tag und Emma macht das, was sie am besten kann: lieben, lachen, trotzen, hüpfen, springen, tanzen, singen – aber vor allem darf sie eins: LEBEN*!

Habt einen schönen WDST!

Eure Oktoberkind-Mama

* Mittlerweile werden 90-95% der Babies mit Verdacht auf Down Syndrom abgetrieben!