Großzügig geschnitten oder neudeutsch oversized – RUMS #46/17

Ihr Lieben,

vielen lieben Dank für Eure Worte zum letzten Post. Ihr habt mich in dem Gefühl bestärkt, alles richtig gemacht zu haben!!!

Heute hab ich doch tatsächlich wieder ein RUMS für Euch. Ich nähe in der letzten Zeit echt viel für mich, das ein oder andere werdet Ihr hier sicherlich gezeigt bekommen.

Hi hi hi – wenn Frau ins mittlere Alter kommt, dann geht das mit den Hitzewallungen los. Die Mädels jenseits der 40 wissen sicher sehr gut, was ich meine. Da braucht es ne Klamotte, die warm genug ist aber auch noch gut bei zu viel Wärme taugt! Lach!

Deshalb zeig ich Euch heute meine Oversizeliebe von Jojolino. Ein völlig einfacher Schnitt, macht was her und ist – trotz seiner Einfachheit sowas von wandlungsfähig. Ich hab echt Bauklötze gestaunt, was die Mädels in der Probenährunde so alles rausgehauen haben – schaut unbedingt in den nächsten Tagen bei Johanna im blog vorbei und freut Euch an den vielen tollen Beispielen. Pulli, Longpulli, Kleid, mit und ohne Kragen. Alles geht! Und ich hab sie echt nicht mehr ausziehen wollen, nachdem ich sie fertig hatte. Ich muss mal gucken, ob ich überhaupt alle Fäden schon vernäht habe… Und sie geht mit mir durch warm und kalt, durch dick und dünn – Lach!

Ich hab hier tief in die Schatzkiste gegriffen und einen der ersten Raxn-Stoffe vernäht. Und wo das Wetter die letzte Zeit schon so bescheiden war, hab ich etwas mit den Presets in Lightroom rumgespielt. Ich hätte gerne Tage mit 48 h, da käme nichts zu kurz und ich hätte für so vieles mehr Zeit…

Jetzt schauen wir mal, ob ich hier in guter Regelmäßigkeit vorbeischaue! Am Wochenende wird auf jeden Fall genäht, denn ich freue mich ganz arg auf lieben Besuch aus dem Norden, aus dem Stuttgarter Raum und aus der Schweiz! Aber mehr verrate ich Euch jetzt noch nicht 😉 

Ich wünsch Euch was!

Eure Oktoberkind-Mama

Schnitt: Oversizeliebe von Jojolino, Stoff: Graziaria von Raxn aus dem eigenen Fundus, gab es bei AfS

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Carpe Diem!

Ihr Lieben,

lange hab ich überlegt, ob ich diesen Post schreiben soll. Ob ich es öffentlich mache. Doch es gehört einfach dazu, zu mir, zu uns, zu unserem Leben.

Manchmal hat das Leben Überraschungen im Gepäck, die niemand wirklich braucht. So bekam ich letztes Jahr im Mai die Diagnose, dass in meiner Brust ein Tumor wächst. Bähm! Da reißt es einem erstmal die Beine vom Boden. Wieso ich? Warum so einen Mist? Die Fragenkette ist endlos… Und obwohl die Fragen noch längst nicht alle beantwortet sind, bist du drin, im Behandlungsprozess, in einer gefühlten Einbahnstraße. Dieses kleine Wort Brustkrebs bringt Dir ganz viel: OP, Chemo, Bestrahlung, Antikörper, Hormontabletten. Volles Programm! Wenn ich was mache, mache ich es richtig… Ironie off.

Doch schon mit der Diagnose fängst Du an, zu organisieren. Schließlich hast Du Familie und ein Kind, was besondere Bedürfnisse hat. Wir hatten ganz großes Glück, dass wir eine wunderbare Familienpflegerin hatten, die uns vor dem großen Landunter bewahrt hat. Mein Mann war in der Zeit immer für mich da! Danke dafür, großer Lieblingsmensch <3 Weitere Unterstützung gab es von Freunden, die von Anfang an da waren, wenn es notwendig war!

Ich möchte gar nicht so sehr auf die letzten 1 1/2 Jahre eingehen. Ich habe vieles erlebt, ein dickes Buch könnte ich schreiben. Meine größte Motivation ist natürlich meine Familie. Ich habe zur Zeit der Erkrankung gerade eine Ausbildung zum NLP-Master gemacht. Das hat mir sehr gut getan. Ich war und bin so voller Ressourcen und mental gefestigt. Ich bin für meine Gedanken verantwortlich, mein Geist ist gesund! Das war und ist ganz wichtig für mich! Mit der Aussage “es ist heilbar” habe ich mich ganz darauf konzentriert, auch körperlich wieder gesund zu werden. Ich habe auch während der Behandlungszeit immer “Regie” geführt über mein Leben, sprich, weder das selbständige Denken eingestellt noch die Verantwortung abgegeben.

Ich habe vieles mitgenommen – vor allem habe ich gelernt, achtsam zu sein. Auf mich zu achten, meine Bedrüfnisse nicht zu vergessen. Auch mal nein zu sagen. Nicht immer bei allem hier zu schreien. Zwar bedarf es im Alltag immer mal wieder etwas Nachhilfe, grundsätzlich bin ich jedoch auf einem guten Weg.

Ich habe zwar meine Haare verloren, aber meinen Humor und meine Lebensfreude waren immer da! Diese haben mich durch die Einbahnstraße Behandlung geführt und vieles erträglich gemacht.

Und mit Humor und Lebensfreude hab ich es heute zum RUMS geschafft! In meinem neuen Lieblings-Pommes-Pulli!

Das war jetzt ein sehr emotionaler Post, aber “drüber reden” ist ein Annehmen und Verarbeiten! Außerdem möchte ich allen da draußen Mut machen! Ich kann nicht in die Zukunft schauen, doch eines weiß ich genau, ich genieße den Tag, egal ob Regen oder Sonnenschein! Und deshalb bin ich jetzt ganz arg mutig und veröffentliche diesen Blogpost. verlinke ihn zu RUMS und danach gehe ich ganz bewußt und ohne Zwang eine Runde spazieren – nur für mich!

Carpe Diem!

Eure Oktoberkind-Mama

Schnitt: Lady Rose von Mialuna  Stoff: OMG-Fries und KnitKnit-Ringel von Hamburger Liebe