Und? Wie läuft es in der Schule?

Hallo Ihr Lieben,

diese Frage bekommen wir seit Anfang September doch recht häufig gestellt. Wir freuen uns sehr, dass das Interesse für den Schulweg des Räubermädchens so groß ist!

Sicher ist es der holprigere Weg, wenn man sich für den Inklusiven entscheidet. Aber bisher bereuen wir es keinen Tag, ihn zu gehen. Jeder Neuanfang ist schwer – für alle, für den einen mehr, für den anderen weniger. Einige Kinder kannten sich bereits aus dem Waldorf-Kindergarten, viele haben wirklich bei Null angefangen. Viele Kinder kommen aus normalen Kindergärten und haben sicherlich vorher – wenn überhaupt – nur selten Kontakt mit dem Besonderen gehabt. So waren die ersten 14 Tage auf jeden Fall mal die Zeit des gegenseitigen Beobachtens. Mir war es auch im Vorfeld nicht so eindeutig klar, dass unsere Maus es schon auch schwerer hat, einen Platz zu finden. Ist ja auch irgendwo verständlich, wenn man doch anders aussieht als die breite Masse, wenn für einen selbst etwas andere Regeln gelten und man noch eine Schulbegleitung hat. Man ist erstmal zu seinen Besonderheiten noch der Sonderling.

Das grundsätzliche Feedback ist dennoch sehr positiv. Die Lehrer berichten, dass Emma sehr aufgeschlossen gegenüber dem Unterricht ist, sich gerne meldet und auch die passenden Antworten parat hat. Natürlich prallt viel auf sie ein, natürlich hat sie noch längst nicht so eine gute Aufmerksamkeitsspanne wie ihre Klassenkameraden. Natürlich ist sie mit manchen Situationen einfach überfordert und sucht sich Ventile, um diese Überforderung rauszulassen. Ich sage ja immer, es geht mindestens das 1. Schuljahr dabei drauf, bis sich alle irgendwo in der Gruppe eingeordnet haben. Und je mehr Kinder in der Klasse sind, um so länger dauert es. Es gilt, die Grenzen bei einem jeden neu auszuloten, zu schauen, wie weit kann ich bei wem gehen. Durch diesen Prozess gehen sie alle – egal ob Down Syndrom oder Normal Syndrom.

Mein großes Patenkind besucht ebenfalls die Waldorfschule und hat mir unlängst erzählt, dass Emma in der Pause immer mit den großen Jungs Fußball spielen möchte. Sie lassen sie dann “mitspielen” und die Motte erfreut sich immer schon, wenn der Ball nur an ihr vorbeirollt und bricht in Jubelstürme aus. Da geht mir doch das Herz auf!

Im Handarbeitsunterricht haben die Kinder in der ersten Stunde von den schuleigenen Schafen unbehandelte Schafswolle bekommen. Diese sollten sie zu Hause auswaschen. In der nächsten Stunde wurden daraus Wolken, die auf einen blauen Untergrund platziert wurden. Danach sollten die Kinder die Wolken deuten. Eines der Kinder sagte: Die Wolke da sieht aus wie ein Schnittmuster! Ich muss jetzt – glaube ich – nicht sagen, welches Kind das war, oder?!?

Ich habe mich als Mama anfangs echt schwer getan. Schließlich ist die Schule wieder ein Stück mehr Abnabelung, noch mehr Blackbox als der Kindergarten. Gab es nun Hausaufgaben oder keine? Hat sie alles dabei, was sie braucht? Wenn schon die Frage nach dem Mittagessen mit: Das weiß ich nicht mehr! beantwortet wird, kommen auf tiefergreifende Fragen noch weniger Antworten aus dem Kind. Nach 14 Tagen ist das Loslassen bei mir auch angekommen. Ich denke mir, wenn irgendwas Erwähnenswertes passiert, werde ich schon davon erfahren. Auch ein Lernprozess für mich.

Gestern waren Emma und ich bei dem tollen Wetter noch im Sonnenblumenfeld, da wir diese Woche für den Blumenschmuck in der Klasse verantwortlich sind. Es hat ihr sichtlich Spaß gemacht, an den Sonnenblumen zu schnuppern. Da das Feld nicht weit von der Schule entfernt liegt, haben wir auf dem Rückweg noch einen kleinen Abstecher zum schuleigenen Spielplatz gemacht. Nach einer Kletterrunde meinte sie dann zu mir: So Mama, und jetzt gehen wir rein! Ich muss doch schließlich was lernen!!! Heute darf sie dann wieder lernen gehen, nach 14 Tagen Herbstferien. Zwinker.

Ich zeige Euch ein paar – viele – Bilder von gestern. Bereit für eine Runde durch die Sonnenblumen und für einen Spielplatzbesuch?

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Ich liebe das neue Herbstkleidchen! Es ist so wunderbar Retro aus dem traumschönen Markuna Due, aus der Feder von Raxn – seit gestern in top Sommersweat- und GOTS-Qualität bei Alles für Selbermacher erhältlich! Genäht habe ich eine Alma von Hedi Näht, mein absoluter Lieblingsschnitt für Retrostoffe und auch für meine Motte.

Lasst Euch durch das triste Regenwetter nicht die Laune verderben!

Einen schönen Wochenstart wünscht Euch,

Eure Oktoberkind-Mama

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Stoffe: Markuna Due in dunkelblau von hier. Kombistoffe sind von Lillestoff.

Schnitt: Alma von Hedi Näht, Leggings aus dem Kleiderschrank, ist schon älter.

 

Ein waschechtes Schulkind!

Ihr Lieben,

was soll ich sagen?!? Lange habt Ihr nichts von uns gelesen. Es hat sich wieder mal eine dicke, dicke Staubschicht über das Blog gelegt (kann mir eigentlich mal einer meiner Bloggerfreunde erklären, warum es DAS blog heißt?). Ich glaub, ich brauch schon fast einen Laubbläser, um den Staub hier weg zu bekommen… Also mal alle kräftig puuuuuusten und weg damit!

Ja – wir haben jetzt seit Dienstag auch ein richtiges Schulkind Zuhause!

Der Weg dorthin war sehr aufregend. Bereits das ganze letzte Kindergartenjahr begleitete uns – mal mehr, mal weniger – die Wahl der richtigen Schule. Inklusiv sollte es sein, am allerbesten in der zugehörigen Stadtteil-Grundschule. Doch hier stellte sich sehr schnell heraus, die Chemie stimmt nicht zwingend und Inklusion ist zwar ganz gut und schön, nur kosten darf sie nichts. Bei der Schulwahl für das Räubermädchen war vor allem wichtig, dass sie dort gut und richtig aufgehoben ist und man den inklusiven Gedanken lebt. In einer Stadt mit vielen sogenannten Schwerpunktschulen (hier die Schulen, die entweder reinen Förderschulcharakter haben oder Schulen, die inklusiv arbeiten) ist es zudem schwierig, sein besonderes Kind an einer “normalen” Schule einzuschulen. Schnell wird man an die Schwerpunktschulen verwiesen. Aber auch da gibt es unterschiedliche Ansichten, ob ein Kind mit Down Syndrom zwingend dort unterrichtet werden kann. Ich habe vor einiger Zeit bei der lieben Katharina von Sonea Sonnenschein in ihrer Freitagsrubrik darüber berichtet – allerdings nicht offiziell sondern anonym, weil der ganze Schulauswahlprozess noch in vollem Gange war.

Wir haben viele Schulen angesehen, Unterrichtssequenzen beigewohnt, unzählige Gespräche geführt, das Für und Wider der einzelnen Schulen und Konzepte gegeneinander abgewägt und unser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Emma ist seit Dienstag nach einer wundervollen Einschulungsfeier ein waschechtes Waldorf-Schulkind!

Wir sind der festen Überzeugung, das Konzept kommt unserem Räubermädchen sicherlich entgegen und wir sind sehr gespannt, wie sie sich entwickeln wird. Ganz klar war für uns aber auch, dass sie auf diesem Weg begleitet werden sollte. Daher freuen wir uns ebenfalls sehr, dass auch dieser Schritt, eine Schulbegleitung zu finden, doch zeitnah geklappt hat.

Ich werde natürlich an dieser Stelle weiter über den Weg im inklusiven Schulalltag berichten!

Und jetzt nehme ich Euch aber mit zurück zu unserem 1. Schultag!

Unsere Maus hat im Kindergarten mit ihrer Bezugserzieherin zusammen ihre Schultüte gebastelt. Stolz hat sie sie nach Hause getragen, als sie Ende Juli aus dem Kindergarten geworfen wurde! Und ganz arg stolz bin ich auch auf das Räubermädchen! Sie hatte ganz konkrete Vorstellungen darüber, wie ihre Schultüte auszusehen hat und sie hat alles ganz allein ausgeschnitten – größtenteils aus Moosgummi. Schneiden fällt ihr nämlich noch recht schwer, das macht die Tüte noch mehr zu einem ganz besonderen Schatz!

Mich als Mama hat die Füllung dieses Schatzes ja schier an den Rande der Verzweiflung gebracht. Doch das Kind war nach dem Auspacken überglücklich und zufrieden! Was will ich mehr?!?

Es gab also schon mal keine genähte Schultüte aus Mama´s Kreativwerkstatt. Das nahm den Druck raus, war aber auch nicht gerade förderlich für das besondere Kleid, was natürlich aus dem Hause Oktoberkind stammen sollte. Ich hatte mindestens 3, wenn nicht sogar 5 verschiedene Schnitte im Kopf, aber keine wirklich überzeugende Idee, diese dann kreativ umzusetzen: totale Nähblockade und kreative Verweigerung meinerseits! Das teilte ich irgendwann meiner Freundin Katharina mit, die mir kurzerhand anbot, dass Emma ja Sonea´s Einschulungskleid vom letzten Jahr tragen könne! Dankend nahm ich das Angebot an. Für mich ist dieser Freundschaftsdienst ganz besonders wertvoll. Es verbindet die beiden Herzensschwestern wieder ein Stückchen mehr! Emma ist stolz wie Bolle gewesen, dass sie Sonea´s Kleid tragen durfte – wenn sie auch nicht wirklich begeistert ist, es wieder abzugeben. Nachdem ich ihr versprochen habe, sie bekommt auch so ein schönes Kleid genäht, war die Welt wieder in Ordnung. Lach!!! Vielen lieben Dank nochmal für die Leihgabe!

So, jetzt hab ich aber genug geschrieben! Ihr wollt doch sicher Bilder sehen, gell?

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Ein bisschen Spaß muss sein!

Unser Kindergarten bastelt auf jeden Fall die größten und dicksten Schultüten von allen! Lach!

Und was jetzt alles in der Schultüte war, zeige ich Euch in einem anderen Blogeintrag!

Allen Schulkindern 2016 wünschen wir an dieser Stelle nochmal ganz viel Spaß und Freude am Lernen! Möge Euch diese Freude durch Eure ganze Schulzeit begleiten!

Alles Liebe,

Eure Oktoberkind-Mama!

Schwarze Fingernägel, Kletten im Haar!

Ihr Lieben,

heute gibt es endlich mal wieder einen kleinen Einblick in das Leben und die Entwicklung vom Räubermädchen.

Das letzte Vierteljahr im Kindergarten ist angebrochen. Waaaas? Wirklich nur noch so wenig Zeit in dieser tollen Einrichtung, in der wir uns dann vier Jahre Zuhause fühlten? Wenn ich daran denke, wird mir schon ganz flau im Magen…

Eigentlich möchte ich Euch an dieser Stelle gerne schon ein wenig Ausblick auf den nächsten spannenden Lebensabschnitt des Räubermädchens geben, aber da muss ich Euch leider noch ein wenig vertrösten. Wir haben uns einige Schulen angesehen, haben gute, aber leider auch sehr schlechte Erfahrungen gemacht. In Kürze erwarten wir das Fördergutachten und dann kann ich Euch hoffentlich bald einen ausführlichen Bericht über die Schulwahl präsentieren.

Motorik steht gerade hoch im Kurs. Überall wird geklettert und balanciert. Es wird versucht, auf einem Bein zu hüpfen. Das Trampolin ist gerade das Highlight schlechthin, seit es wieder nutzbar ist. Ist das Wetter schlecht, werden Sofa und Bett kurzerhand zum Trampolin umfunktioniert. Zu meinem Leidwesen, da ich echt Schiss hab, dass die Maus sich mal heftigst weh tut… Aber Augen zu und durch. Nur so kann man sich entwickeln… Auch feinmotorisch geht es voran. Sie schreibt gerne Buchstaben, beim Malen werden die Bilder gegenständlicher. Papier mit der Schere zerschnipseln macht ihr einen Riesen-Spaß.

Seit Januar ist das Räubermädchen ja ein richtiges Waldkind. Sie fährt gern mit in den Wald, obwohl sie mit den kurzen Beinen und der nach wie vor fehlenden 100% Sicherheit in unwegsamem Gelände schwer zu kämpfen hat. Der liebste Platz ist somit – gerade in der kalten Winterzeit – ein Plätzchen am Lagerfeuer. Feuer im Wald, werdet Ihr Euch jetzt sicherlich fragen. Geht das denn überhaupt? Ja – es darf an einer dafür eingerichteten Feuerstelle offenes Feuer im Wald gemacht werden und das ist jede Woche ein großes Erlebnis, wenn auf der Feuerstelle das Mittagessen gekocht wird.

Die Kinder machen tolle Erfahrungen im Wald – sie haben schon in einem großen Wasserloch nach Haien geangelt, sie sind Dinosauriern auf der Spur gewesen, sie bauen sich Brücken und erleben Abenteuer in einer Schlucht. Sie schnitzen, sie suchen nach Tieren – da reichen durchaus Regenwurm, Käfer, Spinne und co – und beobachten diese. Woher ich das weiß? Netterweise wird jede Woche ein Waldtagebuch geführt, welches dann öffentlich in der Kita ausliegt und wir Eltern somit bestens darüber informiert sind, was da so im Wald alles passiert.

Was ich von den ganzen Erlebnissen als einziges mitbekomme, zeige ich Euch auf den nächsten Bildern. Lach!

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Die Wanderschuhe hatten jetzt ihren ersten Waldeinsatz, ich würde sagen, sie haben den Test bestanden. Der Schneeanzug hätte sicherlich vor der Waschmaschine ohne Hilfe gestanden. Jetzt ist alles wieder sauber, die Schuhe warten gut abgebürstet auf ihren nächsten Einsatz, der Schneeanzug hat jetzt hoffentlich mal ausgedient.

Und das Lied der Waldkinder wird hier fleißig rauf und runter gesungen!

Schwarze Fingernägel, Kletten im Haar, 

die Klamotten, die stinken nach Ofen, 

Nasse Hosenbeine,

rat´ mal, wo ich heute war.

Haut riecht nach Erde und Sand.

Ritzen und schnitzen, 

im Baumhaus sitzen,

Hier ist was los. 

Äste zerhacken, 

Chapatis backen mit Apfelmus. 

 

Ich freue mich sehr darüber, dass unsere Tochter diese intensiven Walderfahrungen machen darf. Klar gehen wir auch im Wald spazieren, aber das ist einfach was anderes! Und je dreckiger die Klamotten donnerstags nachmittags sind, um so glücklicher die Kinder! Da wasche ich doch gerne und bürste nach dem Antrocknen dicke Lehmschichten von den Stiefeln!

Und wie seht Ihr das? Dürfen sich Eure Kinder nach Herzenslust einsauen?

Liebe Grüße,

Eure Oktoberkind-Mama.

 

 

Happy World Down Syndrome Day!

Hallo Ihr Lieben,

ja ist denn schon wieder ein Jahr um? Wahnsinn, wie die Zeit vergeht…

Heute ist der 21.03.2016 – der Internationale Welt-Down-Syndrom-Tag! Vielerorts laufen weltweit Kampagnen zum Thema Down Syndrom und Inklusion. Wir feiern heute auch, aber ganz anders. Denn Emma feiert heute ganz exklusiv den Geburtstag von ihrer Freundin Mia nach. An Mias Geburtstag waren wir in Südtirol im Urlaub und sie konnte daher nicht an der offiziellen Geburtstagsfeier teilnehmen.

Heute möchte ich Euch mit nach Südtirol nehmen und Euch etwas von unserem Urlaub erzählen. Für mich sagt diese kleine Geschichte eigentlich mehr, als die vielen Workshops, Arbeitskreise oder ähnliches zum Thema Inklusion.

Wir haben zum ersten Mal Urlaub in einem Familhotel gemacht – also einem Hotel, welches total auf Familien mit Kindern ausgelegt ist. Mit Freunden aus der Schweiz sollte es eine Woche in den Winterurlaub gehen. Die Freunde waren schon mehrfach dort gewesen und schwärmten vom Hotel und all ihren Angeboten. Wir waren sehr begeistert – insbesondere von den vielfältigen Angeboten der Kinderbetreuung. Bei der Buchungsanfrage per Telefon erzählten wir dem Chef des Hotels von der kleinen Besonderheit unseres Räubermädchens und fragten ihn, ob sie denn auch die Kinderbetreuung nutzen könne. Die Antwort war sehr verhalten. Man müsse erst einmal sehen, wie das denn vor Ort läuft. Das war irgendwann im frühen Herbst letzten Jahres. Und alles noch ganz weit weg.

Dann rückte der Urlaub immer näher und plötzlich waren wir da. Direkt am Samstagnachmittag besuchten wir mit Emma die Kinderbetreuung. Sie war sofort Feuer und Flamme, wurde mit offenen Armen aufgenommen und ihre Extraausstattung war überhaupt kein Thema mehr. Natürlich kannte in kurzer Zeit fast jeder im Hotel unser Kind, was aber wohl eher an ihrer Aufgeschlossenheit lag. Italienische Kinder riefen auf dem Flur “Ciao Emma”, wenn wir zum Beispiel auf dem Weg ins Schwimmbad waren. Ich wurde von einigen Mamas angesprochen, wie toll sie es finden würden, dass Emma so aufgeschlossen sei und direkt freudenstrahlend in die Betreuung ging, während sie selbst über einen langen Zeitraum versuchten, ihre Kinder für kurze Zeit in die Betreuung zu geben. Natürlich war die Woche nicht jeden Tag nur Sonnenschein auf dem Launenbarometer vom Räubermädchen. Je nach Programmpunkt konnte das auch schnell auf ein stürmisches Tief umschlagen. Aber auch das war kein Thema!

Unser Räubermädchen überraschte uns am vorletzten Abend nicht schlecht, als sie mit vielen anderen Kindern auf der Bühne stand und bei der Kinder-Show mitwirkte. Und wir waren nicht nur wahnsinnig stolz auf unser mittlerweile nicht mehr so kleines Mädchen sondern hatten auch die ein oder andere Träne im Augenwinkel, als sie ganz allein auf der Bühne stand und auf zwei auf dem Boden ausgelegten Seilen balancierte. Sie hat uns gar nicht erzählt, dass sie aktiv bei der Show mitmacht. Es kam erst raus, als sie nachmittags von anderen Kindern zur Generalprobe abgeholt wurde.

Kurz gesagt, sie war mittendrin statt nur dabei! Es war völlig normal, anders zu sein!

Und wir haben alle Urlaub gemacht! Wir Erwachsenen konnten mal gemeinsam Ski fahren oder auch einfach nur in Ruhe einen Kaffee trinken, das Räubermädchen war in der Zeit bestens versorgt. Das Abendessen war total entspannt – wir Großen konnten gemütlich unser Menü genießen, während die Kinder im Spielzimmer Spaß hatten.

So – und jetzt Konfetti, Luftschlangen, Tröten, Luftballons, Kuchen und Saft auf den Tisch! Laute Musik dazu und es darf nach Herzenslust gefeiert und getanzt werden!

Habt einen schönen WDSD!

Eure Oktoberkind-Mama

 

Waldkind!

Hallo Ihr Lieben,

ich hab gerade den dicken Staubwedel ausgepackt und muss hier mal gründlich Staub wegwischen… Wedelwedelwischwisch… Hier war es viel zu lange viel zu ruhig! Das soll sich flott wieder ändern!

Heute ist ein ganz besonderer Tag – für´s Räubermädchen und auch für die Mama. Heute startet das Waldprojekt der Schulkinder im Kindergarten. Seit Wochen bin ich in den Vorbereitungen, die richtige Kleidung für das Räubermädchen zu finden. Als Mama macht man sich ja immer einen RIESEN Kopf, ob das Kind denn nun auch richtig ausgestattet ist und nicht friert im Wald… Bei den Proportionen des Räubermädchens ist es gar nicht so einfach, die richtige Kleidung zu finden. Kurze Arme und kurze Beine gehören zur Extraausstattung dazu genauso wie ein kompakter – eher stämmiger Körperbau. Gestern hab ich zwei dicke Pakete zurück zur Post gebracht, mit bestellten Outdoor-Klamotten, die dann doch nicht richtig passten…

Heute morgen war hier schon helle Aufregung! Das Räubermädchen wurde wach und freute sich total auf das Waldprojekt! Ab heute geht es bei Wind und Wetter einmal die Woche für mehrere Stunden raus in den Wald! Das ist das Highlight für die Vorschulkinder.

Ich sitze jetzt sicherlich die nächsten Stunden völlig aufgeregt da und frage mich die ganze Zeit, ist die Maus auch richtig gut eingepackt? Hoffentlich friert sie nicht… Hoffentlich hat sie Spaß im Wald… Hoffentlich habe ich ausreichend Proviant eingepackt…

Ganz sicher alles völlig unbegründet – die Brotdose ist randvoll – genug drin, um mit den anderen Waldkindern und Erziehern zu teilen. Richtig dicke, warme Boots sorgen für warme Füße, Thermounterwäsche für Wärme nah am Körper, ein flauschiger Fleecepulli und der dicke Schneeanzug, sowie die extra genähte Sturmmütze runden das Waldoutfit ab. Natürlich sind auch dicke Handschuhe mit im Gepäck – obwohl sie Handschuhe nicht leiden kann! Dabei bin ich eigentlich gar nicht so der Typ Glucke oder gar Helikopter-Mama…

Ja – das Räubermädchen wird groß!

So ist sie heute morgen aufgebrochen! Das ist übrigens kein entsetzter Gesichtsausdruck – ich war nur zu langsam beim fotografieren. GRINS!

00001_20160114_085017_Emma.Oktoberkind.euIch hoffe, ich bekomme heute Nachmittag ein völlig eingesautes, glückliches Räubermädchen zurück! Sorry für das schlechte Handybild 🙂

Habt einen schönen Tag – hier scheint die Sonne und am blauen Himmel tummeln sich lustige weiße Wolken!

Eure Oktoberkind-Mama

PS: Und da wir uns dieses Jahr noch gar nicht gelesen haben, schicke ich beste Wünsche, Gesundheit, Zufriedenheit, ein Quäntchen Glück für alle mit! Und ich wünsche mir von ganzem Herzen für alle eine friedvollere Welt! Das was gerade an Unfrieden, Hetze und Hass gesät wird, ist keine gute Basis für unsere Kinder! Frieden fängt im kleinen an und jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen!

 

 

Mein Leben mit dem Besonderen – 2. Gastauftritt

Hallo Ihr Lieben,

heute freue ich mich besonders, Euch rüber zur bezaubernden Katharina von Sonea Sonnenschein zu schicken. Sie hat mit ihrer Freitagsrubrik “Mein Leben mit dem Besonderen” eine wundervolle Plattform geschaffen, die vielfältigste Einblicke in das oft gar nicht so andere Leben von Familien mit Sondermodellen zeigt. Ein – wie ich persönlich finde – wundervoller Weg, auf die Vielfältigkeiten des Lebens aufmerksam zu machen! Für mich auch eine Art der Inklusion. Ach ja – um Inklusion dreht es sich auch in meinem heutigen Gastbeitrag!

KLICK

Ein wunderschönes Wochenende wünscht Euch,

Eure Oktoberkind-Mama

Happy World-Down-Syndrom-Day!!!

Hallo Ihr Lieben!

Es ist Party-Time! Weltweit wird heute der Welt-Down-Syndrom-Tag begangen. Sicherlich erinnert Ihr Euch alle noch an das tolle “Happy”-Video zur Musik von Pharrell Williams. Gerade diese Woche hab ich den Song noch beim Shoppen in einem Kaufhaus gehört, musste unwillkürlich breit grinsen, das Gute-Laune-Barometer schoß in die Höhe und ich sah sie wieder vor meinem inneren Auge – die vielen fröhlichen kleinen und großen – aber vor allem tollen Menschen mit Extra-Ausstattung, die das Video zu etwas ganz Besonderem gemacht haben!

Emma_WDSD_2015Das diesjährige Motto vom deutschen down-syndrom infocenter trifft es genau auf den Punkt: der Mensch als Gesamtpaket steht im Vordergrund und nicht das zusätzliche Chromosom!

Wir wünschen allen einen wundervollen Tag mit Konfetti, Luftschlangen, Luftballons, guter Musik, ganz viel guter Laune, Kuchen, Limo und was sonst noch so zu ner ordentlichen Party-Sause gehört!

Feiert schön!

Eure Oktoberkind-Mama

Bild von Conny Wenk

Bitte einmal Kind in Postergröße!

Hallo Ihr Lieben,

zur Zeit bekomme ich häufiger mal ne Anfrage von Freunden und Bekannten, ob sie sich verguckt hätten oder stimmt es wirklich, dass das Oktobermädchen von riesengroßen Plakaten strahlt? Mit einem Dauergrinsen auf den Wangen sag ich dann, nee – Ihr habt Euch nicht verguckt:-)

Uns wurde die ganz besondere Ehre zuteil, für die Lebenshilfe Trier ein wenig Werbung zu machen. Jedes Jahr werden in Bitburg beim sogenannten “Sozialgericht” durch prominente Köche Spenden erkocht, die dann einem guten Zweck zugeführt werden. Dieses Jahr wurden 100 ganz besondere Plakate gesponsort – sogenannte Citylights, die in den Bushaltestellen in ganz Trier nun auf dieses Sozialgericht und die Verwendung der Gelder aus den letzten drei Jahren hinweisen. So erhielt die Lebenshilfe Trier im letzten Jahr die Spendengelder.

Angedacht war die Aktion für nur gut 1 1/2 Wochen, ABER wir freuen uns umso mehr, dass die Plakate noch immer hängen. Ein wichtiger Beitrag zur Inklusion, wie ich finde. Hier geht es auf den Plakaten mal nicht um jung, schön, dynamisch, erfolgreich, etc., sondern um die Einzigartigkeit eines jeden!

Die Erstbegegnung mit dem wirklich RIESENGROSSEN Plakat und unserer Maus war total süß. Seither müssen wir auf jeden Fall einmal täglich zur “Busstelle” fahren und sie anschauen!Sozialgericht_1Sozialgericht_2Ein ganz besonderer Dank gilt natürlich auch Conny Wenk, die der Verwendung des Bildes von ihr für diese Aktion zugestimmt hat!

Vielen Dank an alle, die an diesem wunderbaren Projekt beteiligt waren!!!

Leute – kocht mehr soziale Gerichte – kann ich da nur wünschen!

Liebe Grüße von der

Oktoberkind-Mama

 

 

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Hallo Ihr Lieben,

wo bei vielen von uns heute das dritte Türchen, Säckchen, Kläppchen oder ähnliches für Freude gesorgt haben, wir uns gedanklich mit der Beschaffung von Nikolaus- oder Weihnachtsgeschenken beschäftigen, den Absatz von Naschwerk und Backzutaten in die Höhe treiben, wissen nur die Wenigsten, welche Bedeutung dieses Datum noch hat.

Am 03. Dezember 1993 wurde von den Vereinten Nationen erstmals der Interationale Tag der Behinderten gefeiert. Vorangegangen sind das Jahr der Behinderten (1981) und das Jahrzehnt der Behinderten (1983-1993). 2007 wurde der Name nochmal abgeändert in Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung.

20 Jahre später wird vielerorts das Thema Inklusion als Leitthema begangen. Allerdings scheint es mir nur ein Thema für die “Betroffenen” – nämlich die Behinderten und deren Familien zu sein und natürlich der Behindertenvertretungen.

Was ist in den letzten 20 Jahren geschehen? Gibt es in unserer Gesellschaft Platz für Menschen mit Behinderungen? Wer bestimmt, wann ein Mensch behindert ist oder sogar zu behindert für die Gesellschaft? Werden behinderte Menschen unter Ihresgleichen “weggesperrt”? Oder ist es doch mittlerweile eher Alltag, dass Nichtbehinderte und Behinderte gemeinsam aufwachsen, lernen, leben?!?

Kostet uns eine bunte Gesellschaft so viel mehr, als das Separieren der Randgruppen?

Nehmen wir uns doch alle mal ein wenig Zeit, über solch grundsätzliche Fragen nachzudenken, während wir die Vorweihnachtszeit genießen. Ein freundliches Lächeln statt ein Weggucken oder Anstarren wären schon ein guter Anfang in Richtung gelebter Inklusion!

Liebe Grüße von der Oktoberkind-Mama

PS: Die Geschichte zum Internationalen Tag der Behinderung ist von hier. Das Bild ist von der Aktion Mensch. Und hier könnt Ihr was zur Inklusion lesen.

Wenn ich einmal reich wär…

Hallo Ihr Lieben,

heute schreibt die Mama. Trotz des feuchtfröhlichen Frühlings geht hier das bunte Treiben weiter. Um die täglichen Wassermassen und Kälteeinbrüche zu überstehen, benötige ich meine Energie, um durch den Tag zu kommen und das Oktoberkind bei Laune zu halten. Daher gibt es im Augenblick auch nicht so viel von uns. Der Körper ist auf jeden Fall nicht auf Sommer, Sonne, Sonnenschein eingestellt, er singt eher den Winterblues… Die Sommerklamottis warten auf ihren Einsatz, ich würde Euch gern tolle Bilder vom glücklichen Okoberkind im Garten präsentieren… Leider habe ich heute kein Bild für Euch!

Jetzt aber zum eigentlichen Thema. Vor ein paar Tagen bin ich auf eine Petition aufmerksam geworden: Recht auf Sparen für Schwerstbehinderte.

Der 20-jährige Jura-Student Constantin Grosch aus Hameln wehrt sich dagegen, dass er niemals mehr als 2.600,- Euro auf dem Konto haben darf. Constantin hat Muskeldystrophie. Das heißt, seine Muskeln werden immer schwächer. Während er als 11-jähriger noch auf dem Fußballplatz stehen konnte, ist er nun auf einen Rollstuhl angewiesen.

Constantins Erkrankung wird nach deutschem Recht nicht als gesundheitliche Einschränkung, sondern als Sozialfall eingestuft. Behinderte Menschen wie er werden behandelt wie Hartz IV-Empfänger. Das bedeutet konkret: Wenn er eines Tages als Jurist arbeitet, wird er niemals auf einen Urlaub oder eine eigene Wohnung sparen können.

Constantin hat in seiner Petition die augenblickliche Gesetzeslage kurz und knapp auf den Punkt gebracht.

Ich habe in den letzten Tagen mit etlichen Leuten über das Thema gesprochen – die Reaktion darauf war ziemlich eindeutig: Das kann doch nicht wahr sein, oder?

Ich würde mich freuen, wenn Ihr der gleichen Meinung seid und hier mit Eurer Stimme für eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in der Gesellschaft stimmt.

Ich würde mich sehr freuen, wenn meine kleine Tochter den Titel “Wenn ich einmal reich wär…” nicht nur träumen sondern auch im wahren Leben erfahren dürfte, sollten die Voraussetzungen dafür gegeben sein!

Herzenswarme Grüße von der Oktoberkind-Mama