Wie sag ichs meinem Kinde – Gedanken zum WDST 2018

Ihr Lieben,

heute ist der 21.3. – ein besonderer Tag im Leben von Menschen mit Down Syndrom und deren Umfeld.Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass ein Leben mit Down Syndrom durchaus normal und lebenswert ist. In Zeiten von Praena-Tests haben wir Familien es um so schwerer, die Existenz unserer Kinder zu rechtfertigen. Aber warum müssen wir uns eigentlich rechtfertigen? Weil in unserer Gesellschaft kein Platz ist für anders sein, weil wir auf Funktionalität erzogen werden. Weil das Individuelle oft zu kurz kommt. Dabei sind wir doch alle unterschiedlich und einzigartig – also ist jeder irgendwie besonders!

Ich bin positiv überrascht, wie der Welt-Down-Syndrom-Tag jedes Jahr mehr Wellen schlägt, sowohl in den Social Media Kanälen, wie auch in Medien und Presse. Ihr erinnert Euch sicher noch alle an das tolle Tanzvideo zum Song Happy von Pharrell Williams im Jahr 2014. Dieses Jahr geht ein wundervolles Carpool-Karaoke-Video um die Welt:

Alle großen Medien berichten gerade über dieses Video!

Am Sonntag strahlte die ARD eine komplette Sendung mit der Maus zum Thema Down Syndrom aus. Ich bin von etlichen Freunden angeschrieben worden, wir gucken gerade die Sendung mit der Maus!

Eigentlich hatte ich geplant, dass das Räubermädchen heute in der Schule die wundervollen Blumensamen-Tüten vom Neufeld Verlag an ihre MitschülerInnen verteilt. Ich hatte es schon im Vorfeld mit dem Klassenlehrer abgesprochen, ihm auch von der “lots of socks-Aktion” erzählt. Beim Zusammenstellen von Hintergrund-Infos für den Lehrer fiel mir dann auf, dass unsere Tochter ja namentlich bis heute noch nicht weiß, dass sie mit dem Down Syndrom zur Welt gekommen ist. Für uns ist sie ja, so wie sie ist, total normal. Was ich dann auch so dem Lehrer schrieb. An dieser Stelle möchte ich ein ganz arg dickes Dankeschön an den Klassenlehrer loswerden! Vielen lieben Dank, dass Sie sich mit so viel Herzblut für die Inklusion einsetzen und die “lots of socks”-Aktion mit den Kindern durchziehen!

Wir großen Oktoberkinder haben mit dem Oktobermädchen natürlich auch die Maus angeschaut und der preisgekrönte Planet Willi wird gerade rauf und runter gelesen. Allerdings haben wir beschlossen, man muss das jetzt nicht übers Knie brechen, nur um Geschenke an die MitschülerInnen verteilen zu können. Mir wäre es wichtig gewesen, dass sie weiß, warum sie Geschenke verteilt. Ich habe mir viele Gedanken zu dem Thema gemacht, habe nochmal Rücksprache mit engen Vertrauten gehalten – an dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön an Katharina und Amrita <3.

Wichtig ist – das Räubermädchen ist ein Teil der Klassengemeinschaft, sie ist voll akzeptiert, ohne permanent den Down Syndrom Stempel auf der Stirn zu tragen. Und so soll es auch sein, denn unsere Kinder sind so viel mehr als das Kind mit dem Down Syndrom! Meine Tochter ist Emma und hat ganz viele tolle Fähigkeiten und von einem Chromosom halt ein bisschen mehr als die anderen! Wir vertagen das Aufklärungsgespräch und tragen “nur” unterschiedliche Socken!

Und Emma trägt ganz sicher ihr neues Lieblingskleid:

Diesen und noch drei weitere Plotts gibt es anlässlich des WDST 2018 bei der lieben Dominique von Madeformotti. Dieser hier wurde von der lieben Rebekah Ginda zur Verfügung gestellt. Die Plotts können gegen Spenden erworben werden – der Erlös kommt dem Down Syndrom Infocenter zu Gute.

Und was machen wir heute? Wir genießen den Tag und Emma macht das, was sie am besten kann: lieben, lachen, trotzen, hüpfen, springen, tanzen, singen – aber vor allem darf sie eins: LEBEN*!

Habt einen schönen WDST!

Eure Oktoberkind-Mama

* Mittlerweile werden 90-95% der Babies mit Verdacht auf Down Syndrom abgetrieben!

 

Inklusion oder Nixklusion… #RUMS 08/18

Ihr Lieben,

ich spar mir mal die Neujahrsgrüße. Hüstel… Ähm, ich hatte Besserung gelobt… Läuft, würde ich sagen – nur ca. 12 Wochen Sendepause… Schön, dass Ihr trotzdem da seid!

Als ich im Oktober den Aufruf für eine neue Schulbegleitung gestartet hatte, dachte ich im Traum nicht daran, dass dieses Thema sich bis kurz vor knapp ziehen würde. Echt nicht! Ich hatte viele tolle Bewerbungen, bei vielen hätte ich es mir auch gut vorstellen können, dass sie das Räubermädchen liebevoll im Schulalltag begleiten würden. Anfang Dezember dachte ich, jetzt hab ich Ruhe. Das Thema war unterm Weihnachtsbaum, über den Jahreswechsel und bis fast Ende Januar allgegenwärtig.

Ich war gelähmt, habe dieses Mal fast die Hoffnung aufgegeben. Ich habe etliche Tränen verdrückt. Ich fühlte mich einfach so hilflos. Seit 1 1/2 Jahren besucht das Räubermädchen inklusiv die Waldorfschule. Es klappt weitestgehend gut, sie ist mittendrin statt nur dabei, bei allem was dazu gehört: Freunde, Spielverabredungen, Geburtstagseinladungen und auch beim Quatsch machen steht sie den anderen Kindern in nichts nach. Sollte dieser Traum über Nacht zerplatzen, weil das System nicht funktioniert?

Im Mai 2009 – also noch ein halbes Jahr vor der Geburt des Räubermädchens – trat in der Bundesrepublik Deutschland die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Kraft. Kern dieser Konvention ist die volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen in der Gesellschaft. Dazu zählt auch die Teilhabe an Bildung!

Leider befinden wir uns in vielen Bereichen gefühlt noch immer in der Pilotphase. Die Rahmenbedingungen stimmen vielfach nicht. Ja – meine Tochter braucht Hilfe durch eine Schulbegleitung. Es fehlt die Wertschätzung der Arbeit derer, die als Schulbegleitung einen wichtigen sozialen Job machen. Es kann nicht sein, dass es keine Sicherheiten für die Schulbegleiter gibt. Hier ist es so, dass der Arbeitsvertrag von Schuljahresbeginn bis Schuljahresende läuft. Die großen Ferien ist man arbeitslos. Von einer wertschätzenden Bezahlung mag ich gar nicht reden. Es ist auch keine Außnahme, dass mehrere Schulbegleitungen für ein Kind zuständig sind – sie teilen sich die Tage auf. Stabilität und Sicherheit haben in so einem System leider eine leere Hülle. Neben dem Kind, was auf Hilfe angewiesen ist, bringt so ein System eine Klassengemeinschaft immer wieder durcheinander.

Wir haben das große Glück, dass der Träger, über den unsere Schulbegleitung läuft, erstens großen Wert auf Fachkräfte legt und zweitens diese auch versucht, langfristig zu binden. Nur so kann eine Beziehung aufgebaut werden, Stabilität und Sicherheit bilden die Basis für ein gutes Lernumfeld. Hier sind ganz klar Idealisten gefragt: feste Arbeitsverträge braucht man nicht, ebensowenig ein wertschätzendes Gehalt. Singen wir doch alle mal das große Loblied auf die Wertschätzung der sozialen Berufe! Yeah!

Wir haben jetzt zumindest die Kuh vom Eis. Das Räubermädchen und ihre neue Schulbegleitung befinden sich im Teambildungsprozess. Es werden zur Zeit viele Grenzen getestet. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass die zwei ihren Weg machen werden.

Unser inklusiver Weg geht also erstmal weiter!

Die letzten Monate hab ich echt Federn gelassen. Es kann ein ganz kleiner Schritt zwischen Inklusion und Nixklusion liegen. Es bedarf ner großen Portion Kampfgeist und Stärke. Daher passt auch mein nicht mehr ganz so neuer Aufreißer-Pulli mit Löwe heute gut zum Thema.

Nach dem ganzen grauen Dezember und Januar brauch ich Licht und Farbe und die Sommersprossen haben sich auch schon wieder fleißig hervorgewagt 🙂 Und mein Lachen hab ich auch wieder!

Und weil ich meinen Löwenpulli so gern habe, geht er zu RUMS.

Bis hoffentlich bald in diesem Kino!

Eure Oktoberkind-Mama

Stoffe: Alles fuer Selbermacher, z.zt. vergriffen

Schnittmuster: Aufreißerpulli von LeniPepunkt; Unterhemd Haemd von Schnittgeflüster

WE WANT YOU!

Ihr Lieben,

heute brauchen wir mal ganz viel Unterstützung! Teilt, was das Zeug hält, denn:

WIR BRAUCHEN EINE NEUE SCHULBEGLEITUNG!

Unsere Schulbegleitung bekommt ein Baby und spätestens ab Februar 2018 suchen wir DICH! Zur Zeit sind 36 h pro Woche genehmigt, da das Räubermädchen zur Zeit noch in die Ganztagsschule geht. Der Job kann auch aufgeteilt werden. Die Schule befindet sich in Trier.

Du hast das Herz am rechten Fleck, bist empathisch, hast keine Berührungsängste gegenüber Menschen mit Sonderausstattung, hast vielleicht sogar einen (heil)pädagogischen Hintergrund, bist aufgeschlossen gegenüber der Waldorf-Pädagogik und kannst Dir vorstellen, den Weg mit unserer Tochter über einen längeren Zeitraum zu gehen.

Dann melde Dich bei uns unter info@oktoberkind.eu und wir können alles weitere besprechen!

Ich bedanke mich jetzt schon bei allen, die uns bei der Suche unterstützen!

Eure Oktoberkind-Mama

Selbstverständlich mittendrin

Ihr Lieben,

gestern durften wir beim Tag der offenen Tür an der Schule des Räubermädchens Mäuschen spielen. 45 min offener Unterricht für alle, die interessiert waren. Natürlich waren ganz viele Eltern da, die mal schauen wollten, wie der Hauptunterricht funktioniert.

Ich wäre als Kind schon sehr abgelenkt gewesen, wenn ganz viele Erwachsene UND auch noch meine Eltern im Unterricht dabei gewesen wären. Aber die Klasse hat das wunderbar gemeistert!

Zunächst wurden die Kinder von den Lehrern begrüßt: Guten Morgen, liebe 2. Klasse! Guten Morgen Herr Sowieso und Frau Sowieso. Schon bringt sich unsere Motte ein: Und jetzt die Eltern! Recht hat sie, die müssen ja auch begrüßt werden! Lach! Nachdem nun alle in aller Form begrüßt wurden, bauten 4-6 Kinder das Jahreszeitentischlein in der Mitte des Morgenkreises auf. Auch hier durfte das Räubermädchen mithelfen. Ganz selbstverständlich übernimmt sie ihre Aufgaben im Klassenverband.

Am Tag zuvor gab es ein Geburtstagskind, welches dann immer die Kerze anzünden darf. Das war dann das Stichwort für unsere Tochter: Wisst Ihr denn, wer heute Geburtstag hat? Der halbe Anton! Ja – wir feiern den Geburtstag vom halben Anton am 23.09. Isso. Die Kinder kennen natürlich alle den Halben und es wurde sogar im später wieder geschlossenen Unterricht ein Geburtstagslied für ihn gesungen. So sagte es zumindest das Räubermädchen. Für alle, die nicht wissen, was es mit dem halben Anton auf sich hat, bitte hier entlang. Mittlerweile hat er längst den Bruder Status erreicht.

Wir durften nach den morgendlichen Ritualen der Rechnenepoche beiwohnen, in der der Klassenlehrer den Kindern sehr eindrücklich und mit ganz viel Herzblut die Tauschaufgaben erklärt hat.

Das Highlight an diesem Schulsamstag war allerdings die Monatsfeier, wo alle Klassen kurze Bühnenbeiträge zeigen. Die 2. Klasse hat das kommende Michaeli-Fest in Form eines kleinen Theaterstückes inszeniert! Einfach toll, mit welcher Selbstverständlichkeit die Kinder auf der Bühne vor einem großen und vor allem fremden Publikum agieren! Da geht einem echt das Herz auf! Das Räubermädchen gab viele, formvollendete Verbeugungen zum Besten! Auch hier ist sie mittendrin und bei der internen Monatsfeier für die Schüler am Vortag hatte sie sogar eine von den 6 Rollen des Rollenspiels ergattert. Das Stück dauerte ca. 10 min und hatte ganz viel Text, den die Kinder alle gemeinsam aufsagten. Unsere Maus legt mittleriweile eine ungeheure Textsicherheit an den Tag!

Bilder kann ich Euch von diesem wundervollen Ereignis keine zeigen, was aber auch völlig in Ordnung ist. Denn hier geht es um die Persönlichkeitsrechte von ganz vielen Menschen und somit gab es nur eine offizielle, von der Schule bereitgestellte Fotografin.

Dafür hab ich Euch noch ein paar andere Bilder mitgebracht. Der Spruch passt meiner Meinung nach nämlich sehr gut zur Geschichte. Home is where your anchor drops! Ich glaube, unser Räubermädchen ist längst an der Schule angekommen und hat dort ihren Anker fallen lassen!

Habt einen schönen Sonntag! 

Eure Oktoberkind-Mama

Stoff: Happy stripes von Alles fuer Selbermacher. Schnitt ist aus einer älteren Ottobre.

Der Plott ist leider nicht käuflich zu erwerben und war ein Geschenk von der wundervollen Annelie von Ahoi  

enthält Werbung

Rückblick – das erste Jahr Schule

Ihr Lieben,

wir haben sie überstanden – die Herausforderung für Eltern, deren Kinder in die Schule gehen oder kurz gesagt: SOMMERFERIEN! Die ersten Sommerferien sind rum, das Räubermädchen hat bereits die dritte Schulwoche als Zweitklässlerin gestartet. Zeit, um Euch endlich mal etwas aus dem Schulalltag zu berichten.

Wir haben uns letztes Jahr sehr gefreut, als es hieß, unsere Tochter darf die Waldorfschule besuchen. Wir haben uns ganz bewusst für diese Schule entschieden und sind auch nach dem ersten Jahr noch vollkommen überzeugt, dass es die richtige Wahl gewesen ist.

Die anfänglichen Schwierigkeiten, die eine so große Klasse (insgesamt 28 Kinder) mit sich bringt, hat Emma gut gemeistert. Sie ist angekommen. Sie hat den Ablauf verinnerlicht und kann sich in der Regel auf die einzelnen Fächer einlassen. Das alles funktioniert nicht zuletzt daher so gut, weil wir seit Beginn des Jahres durch die perfekte Schulbegleitung unterstützt werden. Die zwei kennen sich seit Jahren und mögen sich sehr. So hat Emma auch in schwierigen Situationen den nötigen Halt gefunden.

Das erste Jahr war unruhig für die Kinder. Der Klassenlehrer wechselte, die pädagogische Fachkraft verließ die Klasse. Diese Wechsel – gerade in der Phase des Einlebens an der Schule – fallen einigen Kindern leichter als anderen. Unsere Maus hat es eher leichter weggesteckt.

Sie ist in dem letzten Jahr unheimlich gewachsen – vor allem im Inneren. Manchmal kommt es mir auch äußerlich immens vor, aber bei der Körperlänge schlägt sich das leider noch immer nicht deutlich nieder. Es ist wohl dieses innere gewachsen sein, was sie auch nach außen viel größer erscheinen lässt.

“Ihre Tochter hat viele Talente und wir können viel von ihr lernen” – das wurde uns bei einem Eltern-Lehrer-Gespräch gesagt. Mehr Worte braucht es eigentlich nicht!

Sie ist auch bei den Kindern angekommen – sie hat Verabredungen zum Spielen, wird zu Kindergeburtstagen eingeladen. Wir haben Emmas Geburtstag vor den Sommerferien nachgefeiert und ihre Freundinnen und Freunde aus der Schule sind gerne gekommen.

Und auch beim Quatsch machen steht unser Räubermädchen den anderen Kindern in nichts nach. Es hat zwar bis April gedauert, aber da hatte sie auch endlich eine Verwarnung wegen schlechten Betragens in der Tasche. Stolz wurde Zuhause der Zettel präsentiert, denn ENDLICH hatte sie auch so einen Zettel. Lach! Das ist dann wohl mal pädagogisch nach hinten losgegangen! Wir haben ihr dann erklärt, dass solche Zettel keine Belohnung seien.

Was hat Emma im ersten Schuljahr gelernt? Sie kann die Buchstaben lesen und schreiben, das Lesen von Worten fällt ihr noch schwer, sie ist aber dran. Sie hat unheimlich viele Lieder und Texte verinnerlicht, nicht nur in ihrer Muttersprache, auch englische und französische Lieder und Begriffe befinden sich in ihrer Schatzkiste. Sie hat im Handarbeitsunterricht voller Eifer ihren Flötenbeutel gewebt, während die anderen Kinder ihn gestrickt haben. Stricken kann sie mit Unterstützung ein paar Maschen, es ist aber noch eine große motorische Herausforderung für sie. Zur Mathematik hat sie bisher nicht den größten Zugang gefunden.

Das erste Jahr Schule hat ihr ganz viel Mut gebracht. Sie hat zum Beispiel den Mut, allein ein Brot kaufen zu gehen (noch nicht den Weg dorthin, aber allein zum Bäcker und bestellen und bezahlen). Und wehe, die Mama kommt mit! Über das mutig sein kommt aber bald nochmal eine eigene Geschichte!

Und jetzt genießen wir noch die letzten richtig heißen Tage des Altweibersommers!

Habt es schön!

Eure Oktoberkind-Mama

Stoffe: Alles fuer Selbermacher Kitze, Blumenwiese und Little Dreamer leider z.zt. aus; Kombistoffe aus dem eigenen Fundus

Schnitte: HiBoho-Kleid von FeeFee; Luckees und Tee von NipNaps; Sommerliebe³ von Die Drahtzieherin; Leggings Multifit von Erbsenprinzessin

 

 

Und? Wie läuft es in der Schule?

Hallo Ihr Lieben,

diese Frage bekommen wir seit Anfang September doch recht häufig gestellt. Wir freuen uns sehr, dass das Interesse für den Schulweg des Räubermädchens so groß ist!

Sicher ist es der holprigere Weg, wenn man sich für den Inklusiven entscheidet. Aber bisher bereuen wir es keinen Tag, ihn zu gehen. Jeder Neuanfang ist schwer – für alle, für den einen mehr, für den anderen weniger. Einige Kinder kannten sich bereits aus dem Waldorf-Kindergarten, viele haben wirklich bei Null angefangen. Viele Kinder kommen aus normalen Kindergärten und haben sicherlich vorher – wenn überhaupt – nur selten Kontakt mit dem Besonderen gehabt. So waren die ersten 14 Tage auf jeden Fall mal die Zeit des gegenseitigen Beobachtens. Mir war es auch im Vorfeld nicht so eindeutig klar, dass unsere Maus es schon auch schwerer hat, einen Platz zu finden. Ist ja auch irgendwo verständlich, wenn man doch anders aussieht als die breite Masse, wenn für einen selbst etwas andere Regeln gelten und man noch eine Schulbegleitung hat. Man ist erstmal zu seinen Besonderheiten noch der Sonderling.

Das grundsätzliche Feedback ist dennoch sehr positiv. Die Lehrer berichten, dass Emma sehr aufgeschlossen gegenüber dem Unterricht ist, sich gerne meldet und auch die passenden Antworten parat hat. Natürlich prallt viel auf sie ein, natürlich hat sie noch längst nicht so eine gute Aufmerksamkeitsspanne wie ihre Klassenkameraden. Natürlich ist sie mit manchen Situationen einfach überfordert und sucht sich Ventile, um diese Überforderung rauszulassen. Ich sage ja immer, es geht mindestens das 1. Schuljahr dabei drauf, bis sich alle irgendwo in der Gruppe eingeordnet haben. Und je mehr Kinder in der Klasse sind, um so länger dauert es. Es gilt, die Grenzen bei einem jeden neu auszuloten, zu schauen, wie weit kann ich bei wem gehen. Durch diesen Prozess gehen sie alle – egal ob Down Syndrom oder Normal Syndrom.

Mein großes Patenkind besucht ebenfalls die Waldorfschule und hat mir unlängst erzählt, dass Emma in der Pause immer mit den großen Jungs Fußball spielen möchte. Sie lassen sie dann “mitspielen” und die Motte erfreut sich immer schon, wenn der Ball nur an ihr vorbeirollt und bricht in Jubelstürme aus. Da geht mir doch das Herz auf!

Im Handarbeitsunterricht haben die Kinder in der ersten Stunde von den schuleigenen Schafen unbehandelte Schafswolle bekommen. Diese sollten sie zu Hause auswaschen. In der nächsten Stunde wurden daraus Wolken, die auf einen blauen Untergrund platziert wurden. Danach sollten die Kinder die Wolken deuten. Eines der Kinder sagte: Die Wolke da sieht aus wie ein Schnittmuster! Ich muss jetzt – glaube ich – nicht sagen, welches Kind das war, oder?!?

Ich habe mich als Mama anfangs echt schwer getan. Schließlich ist die Schule wieder ein Stück mehr Abnabelung, noch mehr Blackbox als der Kindergarten. Gab es nun Hausaufgaben oder keine? Hat sie alles dabei, was sie braucht? Wenn schon die Frage nach dem Mittagessen mit: Das weiß ich nicht mehr! beantwortet wird, kommen auf tiefergreifende Fragen noch weniger Antworten aus dem Kind. Nach 14 Tagen ist das Loslassen bei mir auch angekommen. Ich denke mir, wenn irgendwas Erwähnenswertes passiert, werde ich schon davon erfahren. Auch ein Lernprozess für mich.

Gestern waren Emma und ich bei dem tollen Wetter noch im Sonnenblumenfeld, da wir diese Woche für den Blumenschmuck in der Klasse verantwortlich sind. Es hat ihr sichtlich Spaß gemacht, an den Sonnenblumen zu schnuppern. Da das Feld nicht weit von der Schule entfernt liegt, haben wir auf dem Rückweg noch einen kleinen Abstecher zum schuleigenen Spielplatz gemacht. Nach einer Kletterrunde meinte sie dann zu mir: So Mama, und jetzt gehen wir rein! Ich muss doch schließlich was lernen!!! Heute darf sie dann wieder lernen gehen, nach 14 Tagen Herbstferien. Zwinker.

Ich zeige Euch ein paar – viele – Bilder von gestern. Bereit für eine Runde durch die Sonnenblumen und für einen Spielplatzbesuch?

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Ich liebe das neue Herbstkleidchen! Es ist so wunderbar Retro aus dem traumschönen Markuna Due, aus der Feder von Raxn – seit gestern in top Sommersweat- und GOTS-Qualität bei Alles für Selbermacher erhältlich! Genäht habe ich eine Alma von Hedi Näht, mein absoluter Lieblingsschnitt für Retrostoffe und auch für meine Motte.

Lasst Euch durch das triste Regenwetter nicht die Laune verderben!

Einen schönen Wochenstart wünscht Euch,

Eure Oktoberkind-Mama

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Stoffe: Markuna Due in dunkelblau von hier. Kombistoffe sind von Lillestoff.

Schnitt: Alma von Hedi Näht, Leggings aus dem Kleiderschrank, ist schon älter.

 

Ein waschechtes Schulkind!

Ihr Lieben,

was soll ich sagen?!? Lange habt Ihr nichts von uns gelesen. Es hat sich wieder mal eine dicke, dicke Staubschicht über das Blog gelegt (kann mir eigentlich mal einer meiner Bloggerfreunde erklären, warum es DAS blog heißt?). Ich glaub, ich brauch schon fast einen Laubbläser, um den Staub hier weg zu bekommen… Also mal alle kräftig puuuuuusten und weg damit!

Ja – wir haben jetzt seit Dienstag auch ein richtiges Schulkind Zuhause!

Der Weg dorthin war sehr aufregend. Bereits das ganze letzte Kindergartenjahr begleitete uns – mal mehr, mal weniger – die Wahl der richtigen Schule. Inklusiv sollte es sein, am allerbesten in der zugehörigen Stadtteil-Grundschule. Doch hier stellte sich sehr schnell heraus, die Chemie stimmt nicht zwingend und Inklusion ist zwar ganz gut und schön, nur kosten darf sie nichts. Bei der Schulwahl für das Räubermädchen war vor allem wichtig, dass sie dort gut und richtig aufgehoben ist und man den inklusiven Gedanken lebt. In einer Stadt mit vielen sogenannten Schwerpunktschulen (hier die Schulen, die entweder reinen Förderschulcharakter haben oder Schulen, die inklusiv arbeiten) ist es zudem schwierig, sein besonderes Kind an einer “normalen” Schule einzuschulen. Schnell wird man an die Schwerpunktschulen verwiesen. Aber auch da gibt es unterschiedliche Ansichten, ob ein Kind mit Down Syndrom zwingend dort unterrichtet werden kann. Ich habe vor einiger Zeit bei der lieben Katharina von Sonea Sonnenschein in ihrer Freitagsrubrik darüber berichtet – allerdings nicht offiziell sondern anonym, weil der ganze Schulauswahlprozess noch in vollem Gange war.

Wir haben viele Schulen angesehen, Unterrichtssequenzen beigewohnt, unzählige Gespräche geführt, das Für und Wider der einzelnen Schulen und Konzepte gegeneinander abgewägt und unser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Emma ist seit Dienstag nach einer wundervollen Einschulungsfeier ein waschechtes Waldorf-Schulkind!

Wir sind der festen Überzeugung, das Konzept kommt unserem Räubermädchen sicherlich entgegen und wir sind sehr gespannt, wie sie sich entwickeln wird. Ganz klar war für uns aber auch, dass sie auf diesem Weg begleitet werden sollte. Daher freuen wir uns ebenfalls sehr, dass auch dieser Schritt, eine Schulbegleitung zu finden, doch zeitnah geklappt hat.

Ich werde natürlich an dieser Stelle weiter über den Weg im inklusiven Schulalltag berichten!

Und jetzt nehme ich Euch aber mit zurück zu unserem 1. Schultag!

Unsere Maus hat im Kindergarten mit ihrer Bezugserzieherin zusammen ihre Schultüte gebastelt. Stolz hat sie sie nach Hause getragen, als sie Ende Juli aus dem Kindergarten geworfen wurde! Und ganz arg stolz bin ich auch auf das Räubermädchen! Sie hatte ganz konkrete Vorstellungen darüber, wie ihre Schultüte auszusehen hat und sie hat alles ganz allein ausgeschnitten – größtenteils aus Moosgummi. Schneiden fällt ihr nämlich noch recht schwer, das macht die Tüte noch mehr zu einem ganz besonderen Schatz!

Mich als Mama hat die Füllung dieses Schatzes ja schier an den Rande der Verzweiflung gebracht. Doch das Kind war nach dem Auspacken überglücklich und zufrieden! Was will ich mehr?!?

Es gab also schon mal keine genähte Schultüte aus Mama´s Kreativwerkstatt. Das nahm den Druck raus, war aber auch nicht gerade förderlich für das besondere Kleid, was natürlich aus dem Hause Oktoberkind stammen sollte. Ich hatte mindestens 3, wenn nicht sogar 5 verschiedene Schnitte im Kopf, aber keine wirklich überzeugende Idee, diese dann kreativ umzusetzen: totale Nähblockade und kreative Verweigerung meinerseits! Das teilte ich irgendwann meiner Freundin Katharina mit, die mir kurzerhand anbot, dass Emma ja Sonea´s Einschulungskleid vom letzten Jahr tragen könne! Dankend nahm ich das Angebot an. Für mich ist dieser Freundschaftsdienst ganz besonders wertvoll. Es verbindet die beiden Herzensschwestern wieder ein Stückchen mehr! Emma ist stolz wie Bolle gewesen, dass sie Sonea´s Kleid tragen durfte – wenn sie auch nicht wirklich begeistert ist, es wieder abzugeben. Nachdem ich ihr versprochen habe, sie bekommt auch so ein schönes Kleid genäht, war die Welt wieder in Ordnung. Lach!!! Vielen lieben Dank nochmal für die Leihgabe!

So, jetzt hab ich aber genug geschrieben! Ihr wollt doch sicher Bilder sehen, gell?

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Ein bisschen Spaß muss sein!

Unser Kindergarten bastelt auf jeden Fall die größten und dicksten Schultüten von allen! Lach!

Und was jetzt alles in der Schultüte war, zeige ich Euch in einem anderen Blogeintrag!

Allen Schulkindern 2016 wünschen wir an dieser Stelle nochmal ganz viel Spaß und Freude am Lernen! Möge Euch diese Freude durch Eure ganze Schulzeit begleiten!

Alles Liebe,

Eure Oktoberkind-Mama!

Schwarze Fingernägel, Kletten im Haar!

Ihr Lieben,

heute gibt es endlich mal wieder einen kleinen Einblick in das Leben und die Entwicklung vom Räubermädchen.

Das letzte Vierteljahr im Kindergarten ist angebrochen. Waaaas? Wirklich nur noch so wenig Zeit in dieser tollen Einrichtung, in der wir uns dann vier Jahre Zuhause fühlten? Wenn ich daran denke, wird mir schon ganz flau im Magen…

Eigentlich möchte ich Euch an dieser Stelle gerne schon ein wenig Ausblick auf den nächsten spannenden Lebensabschnitt des Räubermädchens geben, aber da muss ich Euch leider noch ein wenig vertrösten. Wir haben uns einige Schulen angesehen, haben gute, aber leider auch sehr schlechte Erfahrungen gemacht. In Kürze erwarten wir das Fördergutachten und dann kann ich Euch hoffentlich bald einen ausführlichen Bericht über die Schulwahl präsentieren.

Motorik steht gerade hoch im Kurs. Überall wird geklettert und balanciert. Es wird versucht, auf einem Bein zu hüpfen. Das Trampolin ist gerade das Highlight schlechthin, seit es wieder nutzbar ist. Ist das Wetter schlecht, werden Sofa und Bett kurzerhand zum Trampolin umfunktioniert. Zu meinem Leidwesen, da ich echt Schiss hab, dass die Maus sich mal heftigst weh tut… Aber Augen zu und durch. Nur so kann man sich entwickeln… Auch feinmotorisch geht es voran. Sie schreibt gerne Buchstaben, beim Malen werden die Bilder gegenständlicher. Papier mit der Schere zerschnipseln macht ihr einen Riesen-Spaß.

Seit Januar ist das Räubermädchen ja ein richtiges Waldkind. Sie fährt gern mit in den Wald, obwohl sie mit den kurzen Beinen und der nach wie vor fehlenden 100% Sicherheit in unwegsamem Gelände schwer zu kämpfen hat. Der liebste Platz ist somit – gerade in der kalten Winterzeit – ein Plätzchen am Lagerfeuer. Feuer im Wald, werdet Ihr Euch jetzt sicherlich fragen. Geht das denn überhaupt? Ja – es darf an einer dafür eingerichteten Feuerstelle offenes Feuer im Wald gemacht werden und das ist jede Woche ein großes Erlebnis, wenn auf der Feuerstelle das Mittagessen gekocht wird.

Die Kinder machen tolle Erfahrungen im Wald – sie haben schon in einem großen Wasserloch nach Haien geangelt, sie sind Dinosauriern auf der Spur gewesen, sie bauen sich Brücken und erleben Abenteuer in einer Schlucht. Sie schnitzen, sie suchen nach Tieren – da reichen durchaus Regenwurm, Käfer, Spinne und co – und beobachten diese. Woher ich das weiß? Netterweise wird jede Woche ein Waldtagebuch geführt, welches dann öffentlich in der Kita ausliegt und wir Eltern somit bestens darüber informiert sind, was da so im Wald alles passiert.

Was ich von den ganzen Erlebnissen als einziges mitbekomme, zeige ich Euch auf den nächsten Bildern. Lach!

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Die Wanderschuhe hatten jetzt ihren ersten Waldeinsatz, ich würde sagen, sie haben den Test bestanden. Der Schneeanzug hätte sicherlich vor der Waschmaschine ohne Hilfe gestanden. Jetzt ist alles wieder sauber, die Schuhe warten gut abgebürstet auf ihren nächsten Einsatz, der Schneeanzug hat jetzt hoffentlich mal ausgedient.

Und das Lied der Waldkinder wird hier fleißig rauf und runter gesungen!

Schwarze Fingernägel, Kletten im Haar, 

die Klamotten, die stinken nach Ofen, 

Nasse Hosenbeine,

rat´ mal, wo ich heute war.

Haut riecht nach Erde und Sand.

Ritzen und schnitzen, 

im Baumhaus sitzen,

Hier ist was los. 

Äste zerhacken, 

Chapatis backen mit Apfelmus. 

 

Ich freue mich sehr darüber, dass unsere Tochter diese intensiven Walderfahrungen machen darf. Klar gehen wir auch im Wald spazieren, aber das ist einfach was anderes! Und je dreckiger die Klamotten donnerstags nachmittags sind, um so glücklicher die Kinder! Da wasche ich doch gerne und bürste nach dem Antrocknen dicke Lehmschichten von den Stiefeln!

Und wie seht Ihr das? Dürfen sich Eure Kinder nach Herzenslust einsauen?

Liebe Grüße,

Eure Oktoberkind-Mama.

 

 

Happy World Down Syndrome Day!

Hallo Ihr Lieben,

ja ist denn schon wieder ein Jahr um? Wahnsinn, wie die Zeit vergeht…

Heute ist der 21.03.2016 – der Internationale Welt-Down-Syndrom-Tag! Vielerorts laufen weltweit Kampagnen zum Thema Down Syndrom und Inklusion. Wir feiern heute auch, aber ganz anders. Denn Emma feiert heute ganz exklusiv den Geburtstag von ihrer Freundin Mia nach. An Mias Geburtstag waren wir in Südtirol im Urlaub und sie konnte daher nicht an der offiziellen Geburtstagsfeier teilnehmen.

Heute möchte ich Euch mit nach Südtirol nehmen und Euch etwas von unserem Urlaub erzählen. Für mich sagt diese kleine Geschichte eigentlich mehr, als die vielen Workshops, Arbeitskreise oder ähnliches zum Thema Inklusion.

Wir haben zum ersten Mal Urlaub in einem Familhotel gemacht – also einem Hotel, welches total auf Familien mit Kindern ausgelegt ist. Mit Freunden aus der Schweiz sollte es eine Woche in den Winterurlaub gehen. Die Freunde waren schon mehrfach dort gewesen und schwärmten vom Hotel und all ihren Angeboten. Wir waren sehr begeistert – insbesondere von den vielfältigen Angeboten der Kinderbetreuung. Bei der Buchungsanfrage per Telefon erzählten wir dem Chef des Hotels von der kleinen Besonderheit unseres Räubermädchens und fragten ihn, ob sie denn auch die Kinderbetreuung nutzen könne. Die Antwort war sehr verhalten. Man müsse erst einmal sehen, wie das denn vor Ort läuft. Das war irgendwann im frühen Herbst letzten Jahres. Und alles noch ganz weit weg.

Dann rückte der Urlaub immer näher und plötzlich waren wir da. Direkt am Samstagnachmittag besuchten wir mit Emma die Kinderbetreuung. Sie war sofort Feuer und Flamme, wurde mit offenen Armen aufgenommen und ihre Extraausstattung war überhaupt kein Thema mehr. Natürlich kannte in kurzer Zeit fast jeder im Hotel unser Kind, was aber wohl eher an ihrer Aufgeschlossenheit lag. Italienische Kinder riefen auf dem Flur “Ciao Emma”, wenn wir zum Beispiel auf dem Weg ins Schwimmbad waren. Ich wurde von einigen Mamas angesprochen, wie toll sie es finden würden, dass Emma so aufgeschlossen sei und direkt freudenstrahlend in die Betreuung ging, während sie selbst über einen langen Zeitraum versuchten, ihre Kinder für kurze Zeit in die Betreuung zu geben. Natürlich war die Woche nicht jeden Tag nur Sonnenschein auf dem Launenbarometer vom Räubermädchen. Je nach Programmpunkt konnte das auch schnell auf ein stürmisches Tief umschlagen. Aber auch das war kein Thema!

Unser Räubermädchen überraschte uns am vorletzten Abend nicht schlecht, als sie mit vielen anderen Kindern auf der Bühne stand und bei der Kinder-Show mitwirkte. Und wir waren nicht nur wahnsinnig stolz auf unser mittlerweile nicht mehr so kleines Mädchen sondern hatten auch die ein oder andere Träne im Augenwinkel, als sie ganz allein auf der Bühne stand und auf zwei auf dem Boden ausgelegten Seilen balancierte. Sie hat uns gar nicht erzählt, dass sie aktiv bei der Show mitmacht. Es kam erst raus, als sie nachmittags von anderen Kindern zur Generalprobe abgeholt wurde.

Kurz gesagt, sie war mittendrin statt nur dabei! Es war völlig normal, anders zu sein!

Und wir haben alle Urlaub gemacht! Wir Erwachsenen konnten mal gemeinsam Ski fahren oder auch einfach nur in Ruhe einen Kaffee trinken, das Räubermädchen war in der Zeit bestens versorgt. Das Abendessen war total entspannt – wir Großen konnten gemütlich unser Menü genießen, während die Kinder im Spielzimmer Spaß hatten.

So – und jetzt Konfetti, Luftschlangen, Tröten, Luftballons, Kuchen und Saft auf den Tisch! Laute Musik dazu und es darf nach Herzenslust gefeiert und getanzt werden!

Habt einen schönen WDSD!

Eure Oktoberkind-Mama

 

Waldkind!

Hallo Ihr Lieben,

ich hab gerade den dicken Staubwedel ausgepackt und muss hier mal gründlich Staub wegwischen… Wedelwedelwischwisch… Hier war es viel zu lange viel zu ruhig! Das soll sich flott wieder ändern!

Heute ist ein ganz besonderer Tag – für´s Räubermädchen und auch für die Mama. Heute startet das Waldprojekt der Schulkinder im Kindergarten. Seit Wochen bin ich in den Vorbereitungen, die richtige Kleidung für das Räubermädchen zu finden. Als Mama macht man sich ja immer einen RIESEN Kopf, ob das Kind denn nun auch richtig ausgestattet ist und nicht friert im Wald… Bei den Proportionen des Räubermädchens ist es gar nicht so einfach, die richtige Kleidung zu finden. Kurze Arme und kurze Beine gehören zur Extraausstattung dazu genauso wie ein kompakter – eher stämmiger Körperbau. Gestern hab ich zwei dicke Pakete zurück zur Post gebracht, mit bestellten Outdoor-Klamotten, die dann doch nicht richtig passten…

Heute morgen war hier schon helle Aufregung! Das Räubermädchen wurde wach und freute sich total auf das Waldprojekt! Ab heute geht es bei Wind und Wetter einmal die Woche für mehrere Stunden raus in den Wald! Das ist das Highlight für die Vorschulkinder.

Ich sitze jetzt sicherlich die nächsten Stunden völlig aufgeregt da und frage mich die ganze Zeit, ist die Maus auch richtig gut eingepackt? Hoffentlich friert sie nicht… Hoffentlich hat sie Spaß im Wald… Hoffentlich habe ich ausreichend Proviant eingepackt…

Ganz sicher alles völlig unbegründet – die Brotdose ist randvoll – genug drin, um mit den anderen Waldkindern und Erziehern zu teilen. Richtig dicke, warme Boots sorgen für warme Füße, Thermounterwäsche für Wärme nah am Körper, ein flauschiger Fleecepulli und der dicke Schneeanzug, sowie die extra genähte Sturmmütze runden das Waldoutfit ab. Natürlich sind auch dicke Handschuhe mit im Gepäck – obwohl sie Handschuhe nicht leiden kann! Dabei bin ich eigentlich gar nicht so der Typ Glucke oder gar Helikopter-Mama…

Ja – das Räubermädchen wird groß!

So ist sie heute morgen aufgebrochen! Das ist übrigens kein entsetzter Gesichtsausdruck – ich war nur zu langsam beim fotografieren. GRINS!

00001_20160114_085017_Emma.Oktoberkind.euIch hoffe, ich bekomme heute Nachmittag ein völlig eingesautes, glückliches Räubermädchen zurück! Sorry für das schlechte Handybild 🙂

Habt einen schönen Tag – hier scheint die Sonne und am blauen Himmel tummeln sich lustige weiße Wolken!

Eure Oktoberkind-Mama

PS: Und da wir uns dieses Jahr noch gar nicht gelesen haben, schicke ich beste Wünsche, Gesundheit, Zufriedenheit, ein Quäntchen Glück für alle mit! Und ich wünsche mir von ganzem Herzen für alle eine friedvollere Welt! Das was gerade an Unfrieden, Hetze und Hass gesät wird, ist keine gute Basis für unsere Kinder! Frieden fängt im kleinen an und jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen!