Die Sache mit dem Nikolaus

Ihr Lieben,

heute will ich Euch ein wenig mitnehmen in unsere Vorweihnachtszeit. Für mich eigentlich der blanke Horror, da unsere süße Motte eine unsägliche Angst vorm Nikolaus hat. Gerade diese Woche sind gemeinsame Einkäufe oder der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt sowas von undenkbar.

Am Sonntag waren wir auf einem kleinen Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt. Wir bewegten uns auf vermeindlich sicherem Terrain – hätte da nicht ein selbsternannter Bischhof Nikolaus vor der Fotokabine gestanden… Da bahnte es sich an, dass auch dieses Jahr alles seinen gewohnten – Nikolaus vermeidenden Gang gehen soll.

Während die Tage vor dem Dezember noch mutig gerufen wird “Ich hab gar keine Angst vorm Nikolaus”, wird mit immer näher rückendem Termin der innerliche Druck im Kind spürbar größer.

Heute hat er sich seine Bahn gesucht. Nachdem alle Kinder heute in der Schule schon völlig aufgeregt waren, hat sich irgendwie hartnäckig die Behauptung gefestigt, der Nikolaus käme in die Schule. Der innere Druck stieg und entlud sich heute Abend mit langem, sehr langem Weinen (30 – 45 min), Bauchweh und der klaren Ansage: Ich will morgen nicht in die Schule!

Ich konnte machen, was ich wollte, erreichte das angstgeplagte Kind überhaupt gar nicht. Also blieb mir als einzige Rettung ein Anruf beim Klassenlehrer. Diese unbändige Angst hat sich als völlig unnötig herausgestellt. ES KOMMT GAR KEIN NIKOLAUS in die Schule. Es gibt nur Weckmänner, die von Kindern aus den höheren Klassen verteilt werden! Das hab ich der Maus dann auch genauso erzählt und schwups war sie weg – die Angst, die sie zuvor noch ganz fest umklammert hielt!

Puuuuuh! Das zehrt an den Kräften – gerade auch dann, wenn ich sehe, wie mein Kind körperlich leidet! Nicht leicht fürs MamaHerz.

Hier werden also keine Stiefel gewienert – bei uns bringt der Nikolaus auch in die schmutzigsten Stiefel seine Gaben. Es hat auch seine gute Seiten. Grins!

Einen Brief hat der Nikolaus auch dieses Jahr wieder für die Maus dabei:

Liebe Emma!

Ich bin es – der Freund aller Kinder – der gute alte Nikolaus. Jetzt ist es endlich wieder soweit und ich mache mich auf die Reise zu den Kindern, bringe ihnen Nüsse, Mandarinen, ein paar Süßigkeiten und das ein oder andere Geschenk.

Ich habe ganz arg viel zu tun und am meisten freue ich mich natürlich darüber, wenn ich in die strahlenden Kinderaugen blicken darf.

Nun habe ich mitbekommen, dass Du aus irgendeinem unbekannten Grund ganz fürchterlich viel Angst vor mir hast. Das ist ganz arg schade, aber im Augenblick wohl auch nicht zu ändern. Ich habe mich heute Nacht in Euer Haus geschlichen und Dir und auch Deinen lieben Eltern die Stiefel vollgemacht. Dabei war ich gaaaaanz leise, damit auch bloß niemand aufwacht.

Ich hoffe, Du freust Dich trotzdem über die Gaben! Ich würde mich riesig freuen, wenn Du merkst, dass ich ein ganz lieber Nikolaus bin, der allen Kindern Freude macht! Es macht mich ein wenig traurig, wenn so süße Kinder wie Du so viel Angst vor  mir haben.

Deine Mama hat mir erzählt, dass Du ein ganz mutiges Kind bist. Sie sagte nämlich, dass Du mittlerweile fast jeden Tag einen großen Hund an der Schule streichelst. Als Du letztes Jahr eingeschult wurdest, hast Du immer einen riesen Bogen um den Hund gemacht. Nun bist Du schon so mutig und streichelst ihn regelmäßig. Das macht mich unheimlich stolz und ich wünsche mir, dass Du Dich irgendwann einfach auf mich freuen kannst. Du musst mich auch nicht streicheln. GRINS!

Hab noch eine schöne Weihnachtszeit!

Dein Nikolaus

So – ich hoffe, bei Euch da draußen überwiegen die strahlenden Kinderaugen!

Und mein Kind ist morgen genauso glücklich, wie auf diesem Bild:

Habt einen schönen Nikolaustag!

Eure Oktoberkind-Mama

Stoff: Biene Brändles Blütenblätter Farbenzauber bei Alles für Selbermacher klick

Schnitt: Alma von Hedinäht

Blaue Wunschpunkte und ein Muttertagsgedicht

Ihr Lieben,

ich hoffe, Ihr verbringt einen schönen Muttertag. Hier ist es wechselhaft, aber mehrheitlich sonnig.

Von meiner süßen Motte hab ich heute ein selbstgemaltes Bild bekommen und sie hat in der Schule ein ganz schön langes Gedicht auswendig gelernt!

Wir wären nicht gewaschen
Und meistens nicht gekämmt.
Die Strümpfe hätten Löcher
Und schmutzig wär das Hemd.

Wir äßen Fisch mit Honig
Und Blumenkohl mit Zimt.
Wenn du nicht täglich sorgtest,
Das alles klappt und stimmt.

Wir hätten nasse Füße
Und Zähne schwarz wie Ruß.
Und bis zu beiden Ohren
Die Haut voll Pflaumenmus.

Wir könnten auch nicht schlafen,
Wenn du nicht noch mal kämst.
Und uns, bevor wir träumen,
In deine Arme nähmst.

Und trotzdem sind wir alle auch manchmal eine Last.
Was würdest du ohne Kinder tun?
Sei froh, dass du uns hast.

Ich hab mich riesig gefreut, dass sie das Gedicht von Eva Rechlin komplett aufsagen kann!

Und weil die Motte gerade mal wieder total auf das Sams steht und sie gestern in der Mitgebseltüte vom Kindergeburtstag einen blauen Wolkenstempel gefunden hat, wurden kurzerhand Gesicht, Hals, Arme und ein Türrahmen mit Wunschpunkten versehen.

Ich teste dann mal, ob ich diese Wunschpunkte für mich einsetzen kann!

In diesem Sinne habt einen schönen Muttertags-Sonntag!

Eure Oktoberkind-Mama

Wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr! Nachlese Geburtstags-Marathon, Teil 1

Hallo Ihr Lieben,

ich sehe, es hat sich dann doch schon wieder eine kleine Staubschicht auf dem blog niedergelassen… Schrecklich, wie schnell die Zeit rast…

Wir haben zur Zeit die ersten Ferien vom Räubermädchen. Zwei Wochen Herbstferien – letzte Woche hatten wir noch ein paar Termine, aber am Freitag haben wir die Koffer gepackt und sind an den geliebten Bodensee zur Familie gefahren.

Es hat schon was für sich, wenn man die Geburtstage einfach auslagert. ABER es hat auch mit ganz viel Organisation zu tun, schließlich müssen Geschenke mitgenommen werden, Dekokram für Tisch und Kuchen, … Freitag morgen um 1.12 h ist das obligatorische Geburtstags-Shirt fürs Räubermädchen fertig geworden. Aber was sein muss, muss einfach sein!

Nach einer langen Fahrt durch den typischen Freitagnachmittagsverkehr begrüßte uns der See mit diesem tollen Sonnenuntergang.

00001_20161014_183049_emma-oktoberkind-euDa war dann der ganze Fahrtstress mit zähfließendem Verkehr und Stau und so schnell wieder vergessen. Denn “Wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr”! Mir hat der Anblick fast Tränen der Freude beschert! Ich liebe ihn einfach! Den See und die Landschaft drumherum – egal zu welcher Jahreszeit! Da war es nur obligatorisch, an der Birnau rauszufahren und von der großen Terrasse aus den Sonnenuntergang zu genießen!

Samstag dann der Geburtstag vom Oktoberkind-Papa. Lecker frühstücken, Oma und Opa besuchen, spielen am See. Abends haben wir großen Oktoberkinder uns dann gemütlich in eines der Lieblingsrestaurants des Geburtstagskindes verzogen, während das Oktobermädchen mit Tante und Onkel fleißig ihren Geburtstagskuchen gebacken und verziert hat – oder doch eher den Kuchenteig mit dem Löffel in sich reingeschaufelt…. An meine Schwägerin und meinen Schwager nochmal ein riesiges Dankeschön für den schönen Abend zu zweit! Hatten wir so gemütlich auch schon länger nicht mehr!

Und bekannterweise ist im Hause Oktoberkind nach dem Geburtstag vor dem Geburtstag – wobei sie ja eigentlich nahtlos ineinander übergehen. Natürlich war das Räubermädchen um 22 h noch hellwach und völlig aufgekratzt, so dass es schon schwierig wurde, sie ins Bett zu bekommen. Als Mama hat man dann ja immer noch im Hinterkopf, was noch alles erledigt werden muss. Gerade an Geburtstagen ist die Nacht ja lange vorm ausgeschlafen sein vorbei. Ein paar Nächte vor ihrem Geburtstag rief sie auf einmal mitten in meine Tiefschlafphase hinein: Mama?! Hab ich jetzt Geburtstag?! Völlig schlaftrunken musste ich ihr dann erklären, dass es noch immer tief in der Nacht ist und sie noch 4 mal schlafen müsste…

Also noch flott den Geburtstagstisch gerichtet, die letzten Geschenke verpackt und ein wenig Deko angebracht.

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Es war dann wohl doch spät geworden, denn meinem Neffen ist erst beim Frühstück aufgefallen, dass der kleine Geburtstagskuchen 8 Kerzen trug… Aber unser Geburtstagskind hat das gar nicht interessiert. Schließlich war neben dem Auspusten der Kerzen das Geschenkeauspacken viel wichtiger!

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Der Schminkkopf ist ein tolles Geschenk, sowohl für das Kind als auch für die Mama. Lach! Ich hab mir sowas früher immer gewünscht, aber nie bekommen. Dafür mussten dann meine Cousinen mit ihren langen Haaren herhalten, damit ich Friseur spielen konnte. So ist es aber viel schöner – die Motte schminkt, ich übe mich an neuen Frisuren. Jetzt brauch ich nur noch ein Kind, was genauso still hält und zudem noch so viel Haarpracht hat. Grins.

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Und bevor es dann wieder stundenlang gen Heimat ging, mussten wir alle nochmal Seeluft schnuppern und Steine ins Wasser werfen. Leider hatte die liebe Sonne es am Sonntag nicht so gut mit uns gemeint. Sie kam erst so richtig raus, als wir wieder auf dem Heimweg waren…

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Eigentlich gab es zum Geburtstagsshirt noch eine passende Jeggings, aber die wollte das Räubermädchen nicht anziehen. Sie hat halt ihren eigenen Kopf. Zwinker!

Zum Abschluss habe ich noch ein Highlight aus der Kategorie Kindermund: Am Samstag waren noch Freunde von der Familie zum Frühstück eingeladen. Der Freund spielt sehr gut Klavier. Die Motte holt zuallererst mal Noten für den Pianisten, dann sagt sie völlig suverän zu ihm: “Oder spiel doch einfach was, was Du kannst!” Das lass ich dann mal so stehen. LOL!

Da ich noch einiges zu zeigen habe, hoffe ich, Euch hier schon ganz bald wieder zu sehen!

Habt eine schöne Zeit!

Liebe Grüße,

Eure Oktoberkind-Mama

Werbung:

Schnittmuster Lottis Zipfelshirt von Mitosa Kreativ – coming soon!

Stoffe: Oh my Deer und Kombistoff von Nikiko bei AfS – gerade ausverkauft, kommt aber bald wieder rein (hier wurde ein Musterstoff verarbeitet, der eine etwas andere Farbstellung hat); Jeansjersey und Ringel von Lillestoff

 

Ein waschechtes Schulkind!

Ihr Lieben,

was soll ich sagen?!? Lange habt Ihr nichts von uns gelesen. Es hat sich wieder mal eine dicke, dicke Staubschicht über das Blog gelegt (kann mir eigentlich mal einer meiner Bloggerfreunde erklären, warum es DAS blog heißt?). Ich glaub, ich brauch schon fast einen Laubbläser, um den Staub hier weg zu bekommen… Also mal alle kräftig puuuuuusten und weg damit!

Ja – wir haben jetzt seit Dienstag auch ein richtiges Schulkind Zuhause!

Der Weg dorthin war sehr aufregend. Bereits das ganze letzte Kindergartenjahr begleitete uns – mal mehr, mal weniger – die Wahl der richtigen Schule. Inklusiv sollte es sein, am allerbesten in der zugehörigen Stadtteil-Grundschule. Doch hier stellte sich sehr schnell heraus, die Chemie stimmt nicht zwingend und Inklusion ist zwar ganz gut und schön, nur kosten darf sie nichts. Bei der Schulwahl für das Räubermädchen war vor allem wichtig, dass sie dort gut und richtig aufgehoben ist und man den inklusiven Gedanken lebt. In einer Stadt mit vielen sogenannten Schwerpunktschulen (hier die Schulen, die entweder reinen Förderschulcharakter haben oder Schulen, die inklusiv arbeiten) ist es zudem schwierig, sein besonderes Kind an einer “normalen” Schule einzuschulen. Schnell wird man an die Schwerpunktschulen verwiesen. Aber auch da gibt es unterschiedliche Ansichten, ob ein Kind mit Down Syndrom zwingend dort unterrichtet werden kann. Ich habe vor einiger Zeit bei der lieben Katharina von Sonea Sonnenschein in ihrer Freitagsrubrik darüber berichtet – allerdings nicht offiziell sondern anonym, weil der ganze Schulauswahlprozess noch in vollem Gange war.

Wir haben viele Schulen angesehen, Unterrichtssequenzen beigewohnt, unzählige Gespräche geführt, das Für und Wider der einzelnen Schulen und Konzepte gegeneinander abgewägt und unser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Emma ist seit Dienstag nach einer wundervollen Einschulungsfeier ein waschechtes Waldorf-Schulkind!

Wir sind der festen Überzeugung, das Konzept kommt unserem Räubermädchen sicherlich entgegen und wir sind sehr gespannt, wie sie sich entwickeln wird. Ganz klar war für uns aber auch, dass sie auf diesem Weg begleitet werden sollte. Daher freuen wir uns ebenfalls sehr, dass auch dieser Schritt, eine Schulbegleitung zu finden, doch zeitnah geklappt hat.

Ich werde natürlich an dieser Stelle weiter über den Weg im inklusiven Schulalltag berichten!

Und jetzt nehme ich Euch aber mit zurück zu unserem 1. Schultag!

Unsere Maus hat im Kindergarten mit ihrer Bezugserzieherin zusammen ihre Schultüte gebastelt. Stolz hat sie sie nach Hause getragen, als sie Ende Juli aus dem Kindergarten geworfen wurde! Und ganz arg stolz bin ich auch auf das Räubermädchen! Sie hatte ganz konkrete Vorstellungen darüber, wie ihre Schultüte auszusehen hat und sie hat alles ganz allein ausgeschnitten – größtenteils aus Moosgummi. Schneiden fällt ihr nämlich noch recht schwer, das macht die Tüte noch mehr zu einem ganz besonderen Schatz!

Mich als Mama hat die Füllung dieses Schatzes ja schier an den Rande der Verzweiflung gebracht. Doch das Kind war nach dem Auspacken überglücklich und zufrieden! Was will ich mehr?!?

Es gab also schon mal keine genähte Schultüte aus Mama´s Kreativwerkstatt. Das nahm den Druck raus, war aber auch nicht gerade förderlich für das besondere Kleid, was natürlich aus dem Hause Oktoberkind stammen sollte. Ich hatte mindestens 3, wenn nicht sogar 5 verschiedene Schnitte im Kopf, aber keine wirklich überzeugende Idee, diese dann kreativ umzusetzen: totale Nähblockade und kreative Verweigerung meinerseits! Das teilte ich irgendwann meiner Freundin Katharina mit, die mir kurzerhand anbot, dass Emma ja Sonea´s Einschulungskleid vom letzten Jahr tragen könne! Dankend nahm ich das Angebot an. Für mich ist dieser Freundschaftsdienst ganz besonders wertvoll. Es verbindet die beiden Herzensschwestern wieder ein Stückchen mehr! Emma ist stolz wie Bolle gewesen, dass sie Sonea´s Kleid tragen durfte – wenn sie auch nicht wirklich begeistert ist, es wieder abzugeben. Nachdem ich ihr versprochen habe, sie bekommt auch so ein schönes Kleid genäht, war die Welt wieder in Ordnung. Lach!!! Vielen lieben Dank nochmal für die Leihgabe!

So, jetzt hab ich aber genug geschrieben! Ihr wollt doch sicher Bilder sehen, gell?

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Ein bisschen Spaß muss sein!

Unser Kindergarten bastelt auf jeden Fall die größten und dicksten Schultüten von allen! Lach!

Und was jetzt alles in der Schultüte war, zeige ich Euch in einem anderen Blogeintrag!

Allen Schulkindern 2016 wünschen wir an dieser Stelle nochmal ganz viel Spaß und Freude am Lernen! Möge Euch diese Freude durch Eure ganze Schulzeit begleiten!

Alles Liebe,

Eure Oktoberkind-Mama!

Happy World Down Syndrome Day!

Hallo Ihr Lieben,

ja ist denn schon wieder ein Jahr um? Wahnsinn, wie die Zeit vergeht…

Heute ist der 21.03.2016 – der Internationale Welt-Down-Syndrom-Tag! Vielerorts laufen weltweit Kampagnen zum Thema Down Syndrom und Inklusion. Wir feiern heute auch, aber ganz anders. Denn Emma feiert heute ganz exklusiv den Geburtstag von ihrer Freundin Mia nach. An Mias Geburtstag waren wir in Südtirol im Urlaub und sie konnte daher nicht an der offiziellen Geburtstagsfeier teilnehmen.

Heute möchte ich Euch mit nach Südtirol nehmen und Euch etwas von unserem Urlaub erzählen. Für mich sagt diese kleine Geschichte eigentlich mehr, als die vielen Workshops, Arbeitskreise oder ähnliches zum Thema Inklusion.

Wir haben zum ersten Mal Urlaub in einem Familhotel gemacht – also einem Hotel, welches total auf Familien mit Kindern ausgelegt ist. Mit Freunden aus der Schweiz sollte es eine Woche in den Winterurlaub gehen. Die Freunde waren schon mehrfach dort gewesen und schwärmten vom Hotel und all ihren Angeboten. Wir waren sehr begeistert – insbesondere von den vielfältigen Angeboten der Kinderbetreuung. Bei der Buchungsanfrage per Telefon erzählten wir dem Chef des Hotels von der kleinen Besonderheit unseres Räubermädchens und fragten ihn, ob sie denn auch die Kinderbetreuung nutzen könne. Die Antwort war sehr verhalten. Man müsse erst einmal sehen, wie das denn vor Ort läuft. Das war irgendwann im frühen Herbst letzten Jahres. Und alles noch ganz weit weg.

Dann rückte der Urlaub immer näher und plötzlich waren wir da. Direkt am Samstagnachmittag besuchten wir mit Emma die Kinderbetreuung. Sie war sofort Feuer und Flamme, wurde mit offenen Armen aufgenommen und ihre Extraausstattung war überhaupt kein Thema mehr. Natürlich kannte in kurzer Zeit fast jeder im Hotel unser Kind, was aber wohl eher an ihrer Aufgeschlossenheit lag. Italienische Kinder riefen auf dem Flur “Ciao Emma”, wenn wir zum Beispiel auf dem Weg ins Schwimmbad waren. Ich wurde von einigen Mamas angesprochen, wie toll sie es finden würden, dass Emma so aufgeschlossen sei und direkt freudenstrahlend in die Betreuung ging, während sie selbst über einen langen Zeitraum versuchten, ihre Kinder für kurze Zeit in die Betreuung zu geben. Natürlich war die Woche nicht jeden Tag nur Sonnenschein auf dem Launenbarometer vom Räubermädchen. Je nach Programmpunkt konnte das auch schnell auf ein stürmisches Tief umschlagen. Aber auch das war kein Thema!

Unser Räubermädchen überraschte uns am vorletzten Abend nicht schlecht, als sie mit vielen anderen Kindern auf der Bühne stand und bei der Kinder-Show mitwirkte. Und wir waren nicht nur wahnsinnig stolz auf unser mittlerweile nicht mehr so kleines Mädchen sondern hatten auch die ein oder andere Träne im Augenwinkel, als sie ganz allein auf der Bühne stand und auf zwei auf dem Boden ausgelegten Seilen balancierte. Sie hat uns gar nicht erzählt, dass sie aktiv bei der Show mitmacht. Es kam erst raus, als sie nachmittags von anderen Kindern zur Generalprobe abgeholt wurde.

Kurz gesagt, sie war mittendrin statt nur dabei! Es war völlig normal, anders zu sein!

Und wir haben alle Urlaub gemacht! Wir Erwachsenen konnten mal gemeinsam Ski fahren oder auch einfach nur in Ruhe einen Kaffee trinken, das Räubermädchen war in der Zeit bestens versorgt. Das Abendessen war total entspannt – wir Großen konnten gemütlich unser Menü genießen, während die Kinder im Spielzimmer Spaß hatten.

So – und jetzt Konfetti, Luftschlangen, Tröten, Luftballons, Kuchen und Saft auf den Tisch! Laute Musik dazu und es darf nach Herzenslust gefeiert und getanzt werden!

Habt einen schönen WDSD!

Eure Oktoberkind-Mama

 

SECHS!

Liebes Räubermädchen,

in wenigen Stunden wirst Du voller Aufregung wach werden und fragen: “Hab ich jetzt Geburtstag?” Du wirst sofort hellwach sein und vor lauter Vorfreude kann es Dir bestimmt nicht schnell genug gehen.

Wie schon die letzten Tage wirst Du im Schlafanzug die Treppe runterflitzen und wenn Du Dein Geschenk entdeckst, weiss ich nicht, ob Du anschliessend noch in den Kindergarten gehen willst. GRINS! Auch wenn Du vor echten Pferden totalen Respekt hast und es jetzt fast 1 1/2 Jahre gedauert hat, bis Du beim therapeutischen Reiten freiwillig auf dem Pferd gesessen hast, findest Du Pferde in klein ganz toll. Wenn Du auch den Rücken der Pferde nicht unbedingt als Glück empfindest, so bist Du doch eine ganz mutige kleine Große. Denn Du warst das einzige Kind, dass Blaisy die Hufe auskratzen und striegeln durfte!

Ja – es zieht ein Spielpferd mit allem Rapp und Zapp in Dein Kinderreich ein: mit Sattel und Steigbügeln, mit Putzbox und Pferde-Sound. Schon übermorgen werden wir Großen es sicherlich verfluchen. ABER Du wirst glücklich sein – ganz bestimmt sogar!

Du hast Dich im letzten Jahr verändert – Du bist nicht nur endlich über einen Meter groß geworden, Du bist auch innerlich gewachsen. Du hast Dir im Kindergarten viele Dinge von den Großen abgeschaut, nicht immer sind wir damit froh gewesen. Manches hat uns sehr zum schmunzeln gebracht. Jetzt bist Du selbst ein Schuki im Kindergarten! Es ist schön zu sehen, wie Du mit Deinem allerbesten Freund durch dick und dünn gehst. Oft hat es schon was von einem alten Ehepaar.

Du hast ganz viel Phantasie: Du liebst Rollenspiele. Oft wachsen diese auch in unser Leben 1.0 hinein. So kam auch der halbe Anton zu uns. Ein treuer – sehr frecher – Begleiter, der seit ca. einem halben Jahr bei uns wohnt. Ich habe oft das Gefühl, ich erziehe zwei Kinder: Dich und Deinen Bruder – wie Du ihn nennst. Die Zwie-Gespräche zwischen Dir und dem Halben sind oft zum piepen. Eigentlich müsste ich sie echt mal aufnehmen und sie Dir in ein paar Jahren vorspielen.

Wir sind vor allem sehr glücklich, Deinen täglich wachsenden Humor zu erleben. Du machst Witze, indem Du beispielsweise Lieder umdichtest. So wurde neulich im Kindergarten aus “Ich hol mir eine Leiter und stell sie an den Apfelbaum”, “Ich hol mir eine Leiter und stell sie an den Peter dran” – Peter ist der Papa eines Kindes und ist sehr groß. Da mussten wir alle herzhaft lachen. Überhaupt singst Du sehr gern und dichtest die Texte um.

Deine Welt ist die Sprache. Du lebst und liebst sie – Du quatscht mir tagtäglich die Ohren zu, fragst mir Löcher in den Bauch und manchmal wäre ich froh, wenn Du mal für 5 Minuten den Mund halten könntest. Dabei ist das nicht selbstverständlich, dass Du so gut sprichst und ich schäme mich dann für meine Gedanken. Du bist noch immer ein Bücherwurm. Du hast großes Interesse am geschriebenen Wort, kannst schon viele Buchstaben erkennen, erkennst einzelne Worte. Vorlesen ist gar nicht mehr so einfach, wo Du doch ganz oft wissen willst, wo ich gerade lese und was da denn steht. Wir haben vor ein paar Tagen angefangen, das Sams zu lesen. Es stammt noch aus meinem eigenen Bücherfundus und ich finde es großartig, Dir aus dem Buch vorzulesen. Ich freue mich sehr, auf die ganzen tollen Kinderbuchklassiker, die wir abends gemeinsam erleben werden und hoffe, die multibegabte Conni wird jetzt beim Lesen abgelöst durch Pippi Langstrumpf, den Räuber Hotzenplotz, natürlich weiteren Sams-Büchern.

Laufen ist nach wie vor nicht so Deins. Außer, Du bestimmst den Weg und das Ziel und dann bist Du ganz flott unterwegs. Aber vorgegebene Wege wie der tägliche Gang zum Kindergarten, können schon mal schnell zu einem bitteren Stellungskampf werden. Wer hat die größere Ausdauer und den stärkeren Willen? Ich wünsche mir sehr, dass das morgendliche Kräftemessen mit sechs nicht mehr so spannend ist und wir uns einfach auf dem kurzen Weg zum Kindergarten an den tollen Dingen erfreuen können, die wir unterwegs entdecken.

Dein nächstes Lebensjahr wird auch für Dich viel Neues bringen. Als Schuki hast Du ordentlich Programm. Es fördert Dich, aber gleichzeitig fordert es Dich auch heraus, Grenzen zu überschreiten. Mama und Papa sind noch auf der Suche nach der richtigen Schule, die Dir all das bietet, was Du für ein freudiges Lernen brauchst.

Wir sind so unsagbar stolz auf Dich und können es gar nicht fassen, dass Du nun schon SECHS Jahre alt wirst. Wo ist nur die Zeit – und vor allem unser kleines Baby geblieben? Wir sind so froh, dass Du bei uns bist, dass wir Dich auf Deinem Weg in die Welt begleiten dürfen, Dir die Hand reichen können, an Deiner Seite sind. Dass Du uns die Augen für die kleinen Dinge im Leben geöffnet hast. Es ist wunderbar, die Welt durch Deine wachen Kinderaugen sehen zu dürfen!

00004_IMG_8990_Emma.Oktoberkind.eu00003_IMG_8981_Emma.Oktoberkind.euJetzt mach ich noch schnell den Geburtstagstisch fertig und leg letzte Hand an Deinem Geburtstags-Shirt an. Und dann flitze ich flott ins Bett, denn Du bist sicherlich ganz bald hellwach, denn:

Heute ist Dein Geburtstag!

In Liebe,

Mama und Papa!

Frohe Ostern!

Hallo, Ihr Lieben!

Hoffentlich habt Ihr die ersten Schokoladen-Attacken gut überstanden. Ich wunder mich immer wieder, wie viel Süßkram da nur von wenigen Leuten schon zusammenkommen. Das Räubermädchen hat bestimmt fast ein kg Schoki bekommen… Und wer muss es sich dann später wieder abtrainieren? Genau – die wohlmeinende Mama, die das Kind vor viel zu viel Zucker bewahren möchte. Grrrrhhhhh!

Gestern hab ich diesen süßen Osterhasen beim Osterspaziergang gefunden. Leider sah er nach nem kurzen Kontakt mit dem Räubermädchen nicht mehr so gut aus… 00001_IMG_6832_Emma.Oktoberkind.euEuch allen schöne Rest-Ostern!

Buntgefärbte Ostergrüße von der

Oktoberkind-Mama!

Happy World-Down-Syndrom-Day!!!

Hallo Ihr Lieben!

Es ist Party-Time! Weltweit wird heute der Welt-Down-Syndrom-Tag begangen. Sicherlich erinnert Ihr Euch alle noch an das tolle “Happy”-Video zur Musik von Pharrell Williams. Gerade diese Woche hab ich den Song noch beim Shoppen in einem Kaufhaus gehört, musste unwillkürlich breit grinsen, das Gute-Laune-Barometer schoß in die Höhe und ich sah sie wieder vor meinem inneren Auge – die vielen fröhlichen kleinen und großen – aber vor allem tollen Menschen mit Extra-Ausstattung, die das Video zu etwas ganz Besonderem gemacht haben!

Emma_WDSD_2015Das diesjährige Motto vom deutschen down-syndrom infocenter trifft es genau auf den Punkt: der Mensch als Gesamtpaket steht im Vordergrund und nicht das zusätzliche Chromosom!

Wir wünschen allen einen wundervollen Tag mit Konfetti, Luftschlangen, Luftballons, guter Musik, ganz viel guter Laune, Kuchen, Limo und was sonst noch so zu ner ordentlichen Party-Sause gehört!

Feiert schön!

Eure Oktoberkind-Mama

Bild von Conny Wenk

Heute zu Gast bei Bunte Knete

Hallo Ihr Lieben,

ich muss Euch ja nicht mehr erzählen, dass ich ein großer Fan von Frl. Päng und ihres Blogs Bunte Knete bin. Linda ist mir in den letzten Jahren sehr ans Herz gewachsen. Und offensichtlich beruht das auf Gegenseitigkeit. Heute bin ich schon ein wenig stolz darauf, dass ich einen Gastbeitrag in Lindas Blog schreiben durfte.

Und weil die Seuchenzeit noch nicht vorbei ist, hab ich dort ganz viele leckere Vitamine für Euch versteckt! Und es gibt sogar was zu gewinnen!

Ha ha ha – und jetzt zeigt es sich, ob Lindas Gäste hier beim Oktoberkind fleißig lesen. Ich hab nämlich noch einen Geheimtipp für Euch! Während ich in meiner Hexenküche stand und die stilechten Ketchupflaschen säuberte, um sie für ihren neuen Einsatz vorzubereiten, hab ich gleich noch einen physikalischen Test durchgeführt. Ganz klever dachte ich mir, ich fülle in die Ketchupflaschen nach dem Ausspülen und Säubern eine Ladung frisch abgekochtes Wasser rein. Damit sie so richtig sauber sind!!! Leider waren das keine Glasflaschen, sondern die Squeeze-Flaschen aus Plastik. Was damit passiert ist, muss ich Euch jetzt nicht weiter erklären, oder?!? Da hatte ich wohl nicht bis zum Ende gedacht! ABER – man muss auch mal über sich selbst lachen können, oder?

Ich zieh mich dann mal wieder ins Krankenlager zurück! Uns hat es nämlich voll erwischt…

Liebe Grüße und bleibt bzw. werdet gesund!

Eure triefend schnupfnasige Oktoberkind-Mama!

Herzchen-Geburtstag! 5 Jahre Designer-Herzchen <3 <3 <3

Ihr Lieben,

während ich eigentlich an einem anderen Blogbeitrag saß, war mir so, als hätte ich etwas an diesem Tag vergessen. Ich musste mich sogar im Kalender nochmal vergewissern.

Heute vor 5 Jahren hat Emma ihr Designer-Herzchen bekommen!

Für mich liegt das schon so unvorstellbar lange zurück und das tägliche Leben wird zum Glück weder durch das Down Syndrom noch durch den Herzfehler bestimmt! Wir zittern ca. zweimal im Jahr, wenn es zur Herzkontrolle geht. Aber sonst?!? Sonst ist Emma ein quietschvergnügtes Kind, was spielt und tobt und rennt und hüpft und in keinster Weise in ihrem Bewegungsdrang eingeschränkt ist. Und weil das so ist, ist es auch völlig okay, dass ich den Termin nicht auf dem Plan hatte.

Ich bin sooooo dankbar, dass der heutige Stand der Medizin dieses Leben für unseren Sonnenschein Wirklichkeit hat werden lassen! Und auch dem großen Guten, der über uns wacht, bin ich unendlich dankbar dafür, dass er uns dieses besondere Kind geschenkt hat!

Du starkes Herzchen – bleib weiterhin so zuverlässig und schenke Emma viele viele – unzählig viele unbeschwerte Stunden glückliches Leben! Ihr lieben Schutzengel – möget Ihr weiter um Emma kreisen und sie gut beschützen!

DANKE  –  DANKE  –  DANKE!

In Liebe, Dankbarkeit und von Herzen

Eure Oktoberkind-Mama